Antinori: "Drei Klon-Babys unterwegs"
- Umstrittener Mediziner Antinori spricht von drei Fällen
- Kritik von Ärzteverbänden in Italien und USA
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Der umstrittene Klon-Arzt Severino wiederholt seine Behauptung, dass die ersten Klon-Babys unterwegs seien. Laut Antinori sind drei Frauen mit einem außerhalb des Mutterleibs geklonten Embryos schwanger. Antinori berichtete bereits vor einigen Wochen von der angeblich ersten "Klon-Schwangerschaft". Ärzteverbände in Italien und den USA reagierten darauf mit heftigen Protesten.
Beweise für seine Angaben legte Antinori nicht vor. Die Schwangerschaften seien in der sechsten, siebenten und neunten Woche, sagte der Mediziner am Dienstagabend, der eine private Klinik in Rom leitet.
Zwei der Frauen, die ein Klon-Embryo austragen, leben nach seinen Angaben in einem Nachfolgestaat der ehemaligen Sowjetunion, die dritte in einem islamischen Land. In China, Indien, Russland und islamischen Ländern gebe es eine aufgeschlossenere Haltung zum Klonen von Menschen als in anderen Ländern, sagte Antinori am Ende der Sendung "Porta a Porta" des Fernsehsenders RAI. Er selbst sei an den ersten Klon-Schwangerschaften nicht beteiligt, habe aber über Kontakte mit anderen Wissenschaftlern davon erfahren.
Antinori hatte Medienberichten zufolge Anfang April in den Vereinigten Arabischen Emiraten erklärt, dass eine von ihm behandelte Frau schwanger sei. Unklar bleib dabei jedoch, ob das Kind geklont worden war. Am Mittwoch nahm er zu den Berichten nicht Stellung. Antinori betreibt in Rom ein Fortpflanzungszentrum und arbeitete zusammen mit Panos Zavos, einem früheren Professor der Universität von Kentucky in den USA, an dem Klonen von Föten für unfruchtbare Paare.
Die Vereinten Nationen (UNO) haben einen Ausschuss einberufen, der einen internationalen Vertrag ausarbeiten soll, um das Klonen von Menschen zu verbieten. Die Formulierung des Vertragsentwurfes dauert voraussichtlich mehrere Jahre, die im Februar aufgenommene Debatte dürfte aber durch Antinoris Äußerungen eine größere Dringlichkeit erfahren.
Antinori droht Disziplinarverfahren
Sollten die Berichte zutreffen, hätte dies Konsequenzen für Antinori, da Klonversuche am Menschen in Italien verboten seien, sagte ein Sprecher des Ärzteverbandes der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.
Embryonen für Forschungszwecke geklont
In den vergangenen Monaten hatten Wissenschafter aus den USA, Südkorea und China berichtet, menschliche Embryonen zu Forschungszwecken geklont zu haben. Diese hatten jedoch nur ein frühes Entwicklungsstadium mit wenigen Zellen erreicht. In den vergangenen fünf Jahren sind mehrere Säugetierarten geklont worden und scheinbar gesund zur Welt gekommen. Experten halten dies auch beim Menschen für prinzipiell möglich.
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