Donnerstag, 4. April 2002

Kärnten erlebte trockensten Winter seit 1848

  • Wasser-Sparappell von LH Haider an die Bevölkerung
  • Kärnten fehlt ein halber Jahresniederschlag

Die anhaltende Dürre in Kärnten veranlasste LH Jörg Haider, einen Sparappell an die Bevölkerung zu richten: "Da auch in den nächsten Wochen kein Regen zu erwarten ist, appelliere ich, mit dem Wasser sparsam umzugehen." Die vergangenen sechs Monate waren die trockensten seit Beginn der Messungen 1848.

Bei einem Pressegespräch in Klagenfurt sagte Haider, die Wasserversorgung sei für 95 Prozent der Bevölkerung problemlos gesichert, trotzdem müsse man sparsam mit den Ressourcen umgehen.

Um die Probleme in der Landwirtschaft in den Griff zu bekommen, soll mit der Landwirtschaftskammer gemeinsam ein Paket geschnürt werden. Man werde auch auf die Mittel aus dem Katastrophenfonds zurück greifen, so Haider. Bei den Grünflächen sind bei anhaltender Trockenheit Ertragsausfälle von 50 bis 100 Prozent zu erwarten, beim Winter- und Sommergetreide erwarten Experten Ausfälle von 30 bis 50 Prozent.

Umweltreferent Herbert Schiller betonte, in Kärnten gebe es insgesamt sogar jetzt noch sehr viel Wasser, "wir müssen aber die Verteilung verbessern". So gebe es realistische Pläne, im Zuge des Baus der Hochleistungs-Bahnstrecke von der Koralm nach Klagenfurt eine Wasserpipeline zu errichten.

Seit Oktober vergangenen Jahres ist in Kärnten nur ein Drittel der durchschnittlichen Regenmenge gefallen. Franz Stockinger von der Wetterwarte in Klagenfurt erklärte, dieses Defizit sei kaum noch aufzuholen. Erschwert wurde die Dürre durch konstant zu hohe Temperaturen seit der letzten Jännerwoche und ungewöhnlich viel Wind.

4.4.2002 15:05