Marianne Mendt neue Vorsitzende von SOS Mitmensch
- Schauspielerin tritt Nachfolge von Georg Danzer an
- Sprecher Koch: "Sehr gutes Signal"

Die Wiener Schauspielerin und Sängerin Marianne Mendt (56) wird die neue Vorsitzende von SOS Mitmensch. Sie löst in dieser Funktion den Sänger Georg Danzer ab. Das teilte die Organisation Mittwoch Nachmittag in einer Aussendung mit. Am Donnerstag findet bei einer Pressekonferenz um 10 Uhr in Wien die "Stabübergabe" statt, so SOS Mitmensch-Sprecher Max Koch.
Koch sprach Donnerstag Nachmittag anlässlich der Kür Marianne Mendts zur neuen Vorsitzenden der Organisation von einem "sehr guten Signal, weil wir das soziale Engagement der Frau Mendt kennen". So sei Mendt eine Verfechterin des Sozialstaats-Volksbegehrens, trete beispielsweise aber auch vehement gegen die Schubhaft für Jugendliche ein. Immer wieder engagiere sich die neue "Galionsfigur von SOS Mitmensch" für zivilgesellschaftliche Anliegen, so Koch.
Marianne Mendt wurde am 29. September 1945 als Marianne Krupicka in Wien gefeiert. Sie nahm Privatunterricht in Klavier und Gesang, sammelte erste Bühnenerfahrungen als Heurigensängerin bei den "Drei Spitzbuben" und besuchte nebenbei die Handelsschule. Für eine Schweden-Tournee mit Bill Grah hängte sie aber schließlich ihren Bürojob bei "Persil" endgültig an den Nagel.
1966 gründete sie ihre erste eigene Band "The Internationals", in der sie nicht nur sang, sondern auch Klavier, Orgel und Kontrabass spielte und mit der sie vier Jahre lang durch Europa tourte. Es folgten Engagements in der "Black and White Show" mit Al Fats Edwards und bei Gerhard Bronner in der "Fledermaus-Bar". 1972 sang sie die Hauptrolle in der deutschsprachigen Musical-Uraufführung von "Funny Girl" in Essen. Weitere Bühnenerfolge feierte sie u.a. im Theater an der Wien und in Zürich, am Grazer Schauspielhaus, dem Berliner Schillerthetater ("Pariser Leben") und dem Theater in der Josefstadt (u.a. "Die letzten Tage der Menschheit").
Ihre Fernsehpopularität verdankt Mendt neben eigenen Shows vor allem dem "Kaisermühlen-Blues". Zu den zahlreichen Auszeichnungen in ihrer 40-jährigen Karriere gehören die "Romy" (1994) als beliebteste Schauspielerin und der Nestroy Ring (1995).
Das Lied, mit dem man Mendt verbindet ist bis heute "Wia a Glock'n", das sie auch in jazzigen Versionen aufnahm. Immer wieder gab die Sängerin auch Jazzkonzerte - eines der großen war etwa 1997 "Jazz Mendt Live" im Wiener Jazzland, das auch auf CD herausgebracht wurde.
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