Mittwoch, 3. April 2002

Kindersichere Feuerzeuge frühestens ab 2003

  • Brandschutzexperten fordern strengere Sicherheitsnormen

Jährlich verletzen sich in Österreich rund 6.000 Personen mit offenem Feuer, 1.500 davon schwer. Bei durchschnittlich 50 Österreichern sind die Verletzungen lebensgefährlich. Durch Kinder unter zwölf Jahren, die mit einem Feuerzeug zündeln, kommt es durchschnittlich zu 26 Bränden. Kindersichere Feuerzeuge sollen nun teilweise Abhilfe schaffen.

Durch strengere Sicherheitsnormen bei Feuerzeugen und vor allem Kinderbekleidung wären viele Unfälle mit offenem Feuer vermeidbar. Darauf wiesen die Brandschutz- und Sicherheitsexperten Rupert Kisser, Leiter des Institutes "Sicher Leben", und Helmuth Perz, stellvertretender Leiter der Sektion Konsumentenschutz in (Justizministeriums), in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung "Salzburger Fenster" hin. Allerdings werde es verbesserte Sicherheitsvorschriften auf europäischer Ebene frühestens 2003/2004 geben.

Der tödliche Unfall, der vor wenigen Wochen einen Buben aus Puch bei Salzburg das Leben kostete, wäre durch ein Feuerzeug mit Kindersicherung wahrscheinlich vermeidbar gewesen, so Perz. Kindersicherungen bei Feuerzeugen sind in der EU aber nicht vorgeschrieben, die Hersteller haben laut Perz bisher alle Bemühungen der europäischen Normungsorganisation "CEN" abgeblockt. Vermutlich werden in Europa und damit auch in Österreich erst ab Mitte 2003 nur noch kindersichere Feuerzeuge auf den Markt kommen dürfen, sagte der Sicherheitsexperte aus dem Justizministerium im "Salzburger Fenster".

In einer Studie sei nachgewiesen worden, dass nur 40 Prozent der Wegwerf-Feuerzeuge den bestehenden Sicherheitsstandards der Ö-Norm entsprechen. Der Großteil dieser Feuerzeuge könne also auch für Erwachsene gefährlich werden. Perz kündigte auch in diesem Bereich verbesserte, EU-weite Sicherheitsstandards an. Wann diese aber in Kraft treten, sei noch ungewiss.

3.4.2002 12:12