NEWS: Polizeiskandal in Wien - Touristen in Haft!
- Polnische Urlauber wurden misshandelt
- Innenministerium ermittelt gegen die eigenen Beamten

Zu einer skandalösen Amtshandlung der Polizei ist es Anfang März in Wien gekommen. Wie das Nachrichtenmagazin NEWS in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, wurde eine Touristengruppe aus Polen in Schubhaft genommen. Die folgende Amtshandlung soll mit Schlägen und Beschimpfungen geführt worden sein.
Aus der Sachverhaltsdarstellung, die derzeit vom Innenministerium geprüft wird, geht hervor, dass die fünf jungen Polen am 9. März 2002 über Drasenhofen nach Österreich eingereist waren. Weil sie ihren Wagen in Wien-Josefstadt in einem Haltverbot parkten, wurden die Touristen zunächst perlustriert und noch am selben Abend in Schubhaft genommen.
Grund: In ihren Pässen fehlte der Einreisestempel der heimischen Zöllner, weil der Wagen der Polen an der Grenze durchgewinkt worden war. Bei den Vernehmungen der "Schubhäftlinge" soll es dann zu Übergriffen gekommen sein. Anna F., eine der Inhaftierten über die polizeiliche Behandlung: "Wir mußten uns nackt ausziehen, dann wurden wir kontrolliert." Eine Beamtin soll ihr Verhör mit den Worten eingeleitet haben: "Wenn du mit mir sprechen, du müssen schön bitte, bitte sagen."
Erst nach vier Tagen in Schubhaft wurden die Polen in ihre Heimat abgeschoben. Unter ihnen war auch eine 19jährige Studentin, die für ihr in Polen zurückgebliebenes Baby Muttermilch abgepumpt hatte. Ihr wurde erst nach drei Tagen Haft ein Anruf bei der Familie gestattet.
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