Marseille: Neuer Brandanschlag auf Synagoge
- Zwei Benzinbomben richten keinen Schaden an
- Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen auch in Österreich
Nach einem Brandanschlag auf eine Synagoge in Marseille am Ostersonntag haben Unbekannte erneut ein jüdisches Gotteshaus in der südfranzösischen Stadt angegriffen. Zwei Männer hätten am Dienstag vor den Augen der Sicherheitskräfte zwei Benzinbomben auf das Gebäude in einem nördlichen Vorort von Marseille geworfen, teilte die Polizei mit. Die Brandsätze hätten jedoch ihr Ziel verfehlt und keinen Schaden angerichtet. Die Täter konnten entkommen.
Das israelische Außenministerium hatte am Dienstag aus Protest gegen die Serie von Brandanschlägen auf jüdische Einrichtungen in Frankreich den Pariser Botschafter Jacques Huntzinger einbestellt. Zuvor waren Synagogen in Lyon, Straßburg und Marseille sowie ein jüdischer Friedhof bei Straßburg von Unbekannten angegriffen worden.
In Frankreich wächst die Sorge vor einem weiteren Übergreifen des Nahost-Konflikts. "Wir dürfen die Gewalt nicht importieren", mahnte Premierminister Jospin. In Berlin wurden zwei orthodoxe Juden aus den USA auf offener Straße angegriffen. Wie die Berliner Polizei mitteilte, wurde einer der beiden 21-Jährigen am Sonntagabend auf dem Kurfürstendamm von einer Gruppe junger Männer geschlagen und getreten. Das Opfer erlitt Gesichtsverletzungen und musste im Krankenhaus behandelt werden.
Nach Angaben der Polizei waren die beiden Besucher als Angehörige jüdischen Glaubens erkennbar. Sie kamen aus einer Synagoge und waren auf dem Weg zu einem Rabbi, bei dem sie wohnten. Gegen 21.40 Uhr wurden sie den Angaben zufolge von einer Gruppe südländisch aussehender Männer aufgehalten. Aus der Gruppe sei einer der beiden gefragt worden: "Bist du Jude?" Als er dies bejahte, schlugen und traten die Täter auf ihn ein und warfen ihn zu Boden.
Deutschlands Innenminister Otto Schily bat die Sicherheitsbehörden der Bundesländer, den Schutz von gefährdeten Objekten zu überprüfen. Nach einer Lagebeurteilung des Bundeskriminalamts (BKA) verschärften einige Länder die Sicherheitsmaßnahmen. Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, warnte vor Anschläge.
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