Filmregisseur Billy Wilder 95-jährig verstorben
- In seinem Haus in Beverly Hills an Lungenentzündung
- Kein öffentliches Begräbnis
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Wilder: "Genialität ist angeboren"
Filmregisseur Billy Wilder wird auf seinen eigenen Wunsch hin nicht bei einem öffentlichen Begräbnis, sondern im engsten Familien- und Freundeskreis bestattet. Das erklärte der österreichische Generalkonsul in Los Angeles, Peter Launsky-Tieffenthal, nach einem Gespräch mit Wilders Witwe Audrey Young-Wilder. Demnach werden Zeit und Ort des Begräbnisses nicht bekannt gegeben.
Der weltbekannte, aus Österreich stammende Filmregisseur starb 95-jährig in der Nacht auf Donnerstag in seinem Haus in Beverly Hills (Los Angeles) an den Folgen einer Lungenentzündung.
Eine entsprechende Meldung in der Online-Ausgabe des Filmmagazins "Variety" wurde laut internationalen Agenturen von Freunden und Angehörigen bestätigt. CNN unterbrach für die Todesmeldung sein Programm mit "Breaking News". Wilder hatte in den vergangenen Monaten immer wieder an Atemproblemen gelitten. Im vergangenen Dezember war er deswegen in einem Krankenhaus in Los Angeles behandelt worden.
Der siebenfache Oscar-Gewinner zählte zu den erfolgreichsten Filmkünstlern der Welt. Er wurde als Samuel Wilder am 22. Juni 1906 in Sucha bei Krakau, damals Teil Österreich-Ungarns, geboren. Er wuchs in Wien auf, musste 1933 als Jude seine Heimat verlassen und ging nach einem Zwischenstopp in Frankreich in die USA. Seine Familie wurde im Konzentrationslager Auschwitz umgebracht.
In seiner außergewöhnlichen Karriere hat Wilder als Regisseur, Produzent und Drehbuchautor unzählige der bekanntesten Hollywood-Filme geschaffen und arbeitete mit allen großen Stars seiner Zeit zusammen. Er brachte das Komiker-Duo Walter Matthau und Jack Lemmon zusammen, in seinen Filmen wurde Marilyn Monroe zum Weltstar. Er war Regisseur und Drehbuchautor von fast 60 Filmen, die das gesamte Spektrum vom Film noir über Farce bis zur satirischen Komödie abdeckten. Zu den bekanntesten Streifen zählen "Frau ohne Gewissen" (1944) "Sunset Boulevard" (1950), "Reporter des Satans" (1951), "Sabrina" (1954), "Das verflixte 7. Jahr" (1955), "Manche mögen's heiß" (1959), der zum lustigsten Film aller Zeiten gekürt wurde, "Das Appartement" (1960), "Das Mädchen Irma La Douce" (1963) und "Buddy, Buddy" (1981).
Sein Werk wurde mit sechs Oscars ausgezeichnet. Darüber hinaus nahm er 1986 einen Oscar für sein Lebenswerk in Empfang. Von Österreich wurde Wilder 1983 mit dem großen Österreichischen Staatspreis für Filmkunst ausgezeichnet. Im Jahr 2000 erhielt er die Wiener Ehrenbürgerwürde und den höchsten Orden der Bundesrepublik Deutschland, das Bundesverdienstkreuz.
Große Trauer in Wien
Mit großer Trauer nehme Wien Abschied von Billy Wilder, erklärte Bürgermeister Michael Häupl in einer ersten Reaktion auf das Ableben des Regisseurs. "Wien darf sich glücklich schätzen, dass der 1933 nach Amerika Emigrierte seiner früheren Heimatstadt in den letzten Jahren viel Interesse und Zuneigung entgegenbrachte", so Häupl, der Wilder als "Jahrhundertkünstler und Jahrhundertmensch" bezeichnete, der mit seinem Schaffen Millionen von Menschen unterhalten und glücklich gemacht habe. Für ÖVP-Stadtrat Peter Marboe, der Wilder persönlich kannte, ist mit Wilder "einer der ganz, ganz Großen der Filmgeschichte gestorben".

