FORMAT: Der Triumph des Skikaisers J. Fischer
- Skipatriach Fischer ist wieder alleiniger Herr im Unternehmen

Josef Fischer hat es geschafft: Als einziger der österreichischen Skipatriarchen hat er sein Unternehmen wieder in Familienhand gebracht. "Ich bin sehr stolz und freue mich sehr, daß uns das gelungen ist", gab der Oberösterreicher Ende der Vorwoche zu Protokoll, bevor er sich in den Süden verfügte. In seinem Domizil auf der portugiesischen Insel Madeira will sich der 72-jährige Skifabrikant aus Ried im Innkreis "nach den anstrengenden Verhandlungen" (Fischer) jetzt erst einmal erholen.
Und feiern. Denn Josef Fischer hat am Mittwoch der Vorwoche einen tollen Coup gelandet. Er holte die 1924 gegründete Skifabrik Fischer GmbH wieder komplett in die Familie. Um kolportierte dreißig Millionen Euro (rund 450 Millionen Schilling) hat er die japanische Goldwin-Kanematsu-Gruppe ausgekauft. Für eine Finanzspritze von hundert Millionen Schilling hatte Fischer 1991 den Japanern 31 Prozent abgetreten.
Die neuen Besitzverhältnisse: Die Privatstiftungen Fischers, der vier Töchter hat, und seiner 75jährigen Schwester Selma Sturmberger (ihr Sohn Paul arbeitet als einziges der Kinder in der Firma) halten rund achtzig Prozent. Der Rest gehört zwei Finanzgesellschaften.
Der einzige Patriach
Mit diesem Rückkauf könnte Fischer dereinst in die Geschichte der österreichischen Skiindustrie eingehen. Immerhin hat er es als einziger der großen Skikaiser geschafft, sein Unternehmen in Familienhand zu halten.
Fischer war 1989 in die Krise geraten, verkaufte Verlustbringer, feuerte Mitarbeiter und holte 1991 die Japaner ins schlingernde Boot. "Das war das einzig Richtige, das wir tun konnten", meint er rückblickend, und ein Aufsichtsrat ergänzt: "Ohne Japaner wäre eine Insolvenz nicht auszuschließen gewesen."
Schnee von gestern
Heute ist Fischer wieder auf Kurs. Das Skigeschäft brummt. Vor allem in Amerika wurde der Absatz durch den neuen US-Star Bode Miller (Bild), die Latten aus Ried heuer oft mit aufs Siegerpodest des Weltcups nahm, ordentlich angekurbelt. Auch Fischer-Beteiligungen wie die hundertprozentige Bekleidungstochter Löffler oder der Flugzeugteileproduzent FACC – dort hält Hannes Androschs Salinen AG 47,5 Prozent – laufen rund. Fischer ist wieder zu Atem
gekommen.
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