Unilever sperrt Kuner-Werk in Wien zu
- Standort mit mehr als 100 Jahren Geschichte wird aufgelöst
- Dritte Schließung nach Elida und Eskimo

Die Österreich-Tochter des britisch-niederländischen Nahrungsmittelriesen Unilever will das traditionsreiche Kuner-Werk in Wien-Atzgersdorf mit derzeit rund 60 bis 65 Mitarbeitern schließen. Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner am Samstag erscheinenden Ausgabe berichtet, soll der genaue Zeitpunkt der Betriebsschließung noch nicht feststehen, es werde aber bereits mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan für die betroffenen Mitarbeiter verhandelt.
Im heurigen Jahr werde jedenfalls noch voll produziert, so Geschäftsführer Ernst Klicka am Freitag zur APA. Als Grund für die Schließung wird der rückläufige Margarine-Markt in Europa genannt. Künftig sollen etwa 50 Prozent der bisherigen Produktion von 26.000 Tonnen von "anderen österreichischen Erzeugern" übernommen werden, so Klicka. Die Verträge seien aber noch in Verhandlung.
In dem seit 107 Jahren bestehenden Werk wurden zuletzt die Margarine- und Speiseöle der Marken Rama, Thea, Becel, Vita, Ceres und Bona sowie ein Teil der Kuner-Mayonnaise produziert. Mit der endgültigen Schließung des traditionsreichen Werks in Wien-Atzgersdorf hat der Unilever-Konzern alle österreichischen Produktionen - bis auf das erst 2001 zugekaufte Bestfoods-Werk (Knorr) in Wels - geschlossen bzw. wie im Fall des Iglo-Werks in Großenzersdorf bei Wien verkauft.
Der Konzern beschäftigt derzeit noch rund 800 Mitarbeiter und hat im Vorjahr 460 Mio. Euro (460 Mio. Euro/6,33 Mrd. S) umgesetzt. Ende 1994 hatte der Konzern in Österreich noch 3.292 Mitrbeiter und setzte 8,7 Mrd. S um.

