Bertelsmann will Napster für 15 Millionen Dollar kaufen
- Online-Tauschbörse steht angeblich am Rande der Pleite
- Das Internet-Unternehmen schuldet BMG 85 Mio. Dollar

Der Bertelsmann-Konzern will nach Informationen der US-Zeitschrift "Business Week" die umstrittene Online-Tauschbörse Napster für 15 Mio. Dollar (17,2 Mio. Euro) kaufen. Damit wolle sich der deutsche Medienriese die Kontrolle über das Internet-Unternehmen sichern, das ihm bereits 85 Mio. Dollar schulde, meldete die Online-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins am Freitag unter Berufung auf Informationen von Napster-Mitarbeitern und der Musikindustrie.
Die Musik-Börse stehe nach einem internen Machtkampf in der Firmenspitze am Rande der Pleite. Napster-Vorstandschef Konrad Hilbers hatte zuletzt gesagt, dass Napster frühestens im Herbst wieder seinen Dienst aufnehmen könne. Verantwortlich für die abermalige Verzögerung seien die Musikkonzerne. Die Labels seien bisher nicht bereit, Napster Lizenzen für einen ausreichend großen Angebotskatalog an Musiktiteln zu gewähren.
Bertelsmann ist mit seiner Sparte BMG einer der größten Musikanbieter der Welt. Bis zu seiner gerichtlich angeordneten Schließung im Juli 2001 hatte Napster den kostenlosen Tausch von Songs über das Netz ermöglicht. Mit 60 Millionen Nutzern war es zur erfolgreichsten Musik-Vertriebs-Website im Internet geworden.

