Freitag, 29. März 2002

Metaller-Warnstreiks in Westdeutschland

  • 1.000 Gewerkschafter legten Arbeit nieder
  • Arbeitgeber: Durch Streiks bis zu 30.000 Stellen gefährdet

Die IG-Metall hat die ersten Warnstreiks in der westdeutschen Metallindustrie dieser Tarifrunde in der Nacht zum Freitag als Erfolg gewertet. In Rheinland-Pfalz und Bayern hatten nach Gewerkschaftsangaben knapp 1.000 Metaller ihre Arbeit niedergelegt.

"Wir sind frohen Mutes, dieser Auftakt kann sich sehen lassen", sagte ein Sprecher. Um Mitternacht endete die Friedenspflicht für die westdeutschen Metaller. Die IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeber bieten zwei Stufen in den Jahren 2002 und 2003 von je zwei Prozent.

Um Mitternacht hatten die Beschäftigten für eine Stunde die Arbeit niedergelegt. Die größte Aktion gab es in Andernach nahe Koblenz. In Rheinland-Pfalz traten etwa 500 Beschäftigte in zwei Betrieben in den Ausstand. In Bayern protestierten rund 480 Beschäftigte in Augsburg sowie in den Städten Hirschaid und Neustadt an der Donau nahe Bamberg. Am frühen Morgen sollen nach einem Aufruf der IG Metall gegen 5.00 Uhr etwa 40 Arbeiter eines Verpackungsbetriebes in Scheßlitz ebenfalls für eine Stunde streiken.

Durch die Warnstreiks in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie sind nach Schätzung der Arbeitgeber bis zu 30.000 Arbeitsplätze gefährdet. So viele Menschen würden von den Betrieben der Branche momentan über den eigentlichen Produktionsbedarf hinaus beschäftigt, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie, Stephan Götzl. Durch Produktionsausfälle infolge von Arbeitsniederlegungen könnten den Unternehmen Aufträge verloren gehen, die sie gerade jetzt dringend benötigten. Langfristig kämen sie dann nicht daran vorbei, das Personal auf das notwendige Minimum zu reduzieren und die überschüssigen Arbeitsplätze zu streichen.

29.3.2002 08:10