Piloten für neue Strafe gegen "Rennsünder"
- Nach Vergehen Rücksetzung um zehn Startplätze möglich
- Nur Juan Pablo Montoya ist dagegen

Die Formel-1-Rennkommissare können künftig einen "Verkehrssünder" nach einem groben Regelverstoß im nächsten Grand Prix um zehn Startplätze nach hinten versetzen. Die Mehrzahl der Piloten befürwortet diese neue Sanktion, die erstmals an diesem Wochenende beim Grand Prix von Brasilien in Sao Paulo zum Tragen kam. "Ich begrüße jede Flexibilität bei den Strafen. Wenn die Kommissare genügend Spielraum für eine richtige Entscheidung erhalten, ist das nur vernünftig", sagte Weltmeister Michael Schumacher.
Sein Bruder Ralf begrüßte ebenfalls die neue Regelung des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA): "Die Idee ist nicht schlecht. Aber es wäre gut, wenn es immer die selben Stewards wären und die vielleicht früher selbst Rennen bestritten hätten." Derzeit beurteilen bei jedem Grand Prix drei Rennkommissare, deren Zusammensetzung ständig wechselt, ob alles Regel konform verlaufen ist. Sie sprechen auch die Strafen aus, gegen die aber ein Einspruch möglich ist.
Initiative kam von den Fahrern
Heinz-Harald Frentzen erklärte, die Fahrer seien nach dem schweren Unfall zwischen Rubens Barrichello und Ralf Schumacher beim Saisonauftakt in Australien auf die FIA zugegangen: "Wir haben darauf bestanden, dass es eine klare Linie bei Bestrafungen gibt." Das Strafmaß sei aber Sache des Dachverbandes. Der trainingsschnellste Barrichello hatte in Melbourne kurz nach dem Start mehrmals die Linie gewechselt, was zu Schumachers Abflug über einen Hinterreifen des Ferrari geführt hatte. Insgesamt acht Autos waren damals als Folge dieser Kollision ausgefallen.
Nur Montoya dagegen
Die Rennkommissare hatten nach diesem spektakulären Crash in "down under" aber auf Sanktionen verzichtet und von einem normalen Rennunfall gesprochen. Zwei Wochen später im WM-Lauf in Malaysia musste Juan Pablo Montoya nach einer Kollision mit Michael Schumacher in der ersten Kurve nach dem Start dagegen zur Strafe durch die Boxengasse fahren. Dieses vergleichsweise harte Urteil hatte für Unverständnis gesorgt. Montoya sprach sich in Sao Paulo gegen die neue Regelung aus. "Ich bin gegen die FIA-Entscheidung, einen Fahrer um zehn Plätze zurückversetzen zu können", betonte der Kolumbianer mit Hinweis auf seine Bestrafung: "Meine Aktion in Malaysia war korrekt."
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