Samstag, 30. März 2002

ÖTV entsendet Rumpfteam zum Tennis-Fed-Cup

  • Ohne Schett, Wartusch und Plischke gegen USA
  • Barbara Schwartz: "Na servas!"

Österreichs Fed-Cup-Team wird mit einem Rumpfteam zum Erstrunden-Duell in der Weltgruppe in die USA reisen. Nach Barbara Schett haben am Samstag auch ihre Tiroler Landsfrauen Patricia Wartusch und Sylvia Plischke für das schwere Auswärtsmatch gegen den Rekordsieger in Charlotte am 27./28. April abgesagt. Damit stehen von den fünf in den Top 200 platzierten ÖTV-Spielerinnen nur Barbara Schwartz (WTA-Nr. 76) und Evelyn Fauth (155) zur Verfügung.

"Na servas!", war die erste Reaktion von Schwartz, als sie von der APA über die weiteren Absagen informiert wurde. "Ich bin geschockt, das find ich schon zach", meinte die Niederösterreicherin. "Aber sie werden schon ihre Gründe haben." Nach Angaben des neuen Fed-Cup-Kapitäns Alfred Tesar wollen beide ihre Karrieren vorantreiben. "Für beide ist es eine Art Entscheidungsjahr, ob sie weitermachen oder nicht. Ich habe damit gerechnet, auch weil Schwartz und Fauth für mich auf Grund der letzten Ergebnisse fix für die Einzel vorgesehen sind", sagte Tesar.

Am Geld soll es nicht gescheitert sein
Tesar, der vor über 15 Jahren als NÖTV-Trainer begonnen hat und zwischendurch mehrere Jahre sowohl mit Schett als auch mit Schwartz gearbeitet hat, ist über dieses "Oster-Ei" natürlich nicht erfreut. "Diese Tiroler Fahnenflucht ist nicht ganz nachvollziehbar. Die Absage von Schett ist noch am ehesten verständlich, weil unmittelbar nach dem Fed Cup Hamburg auf dem Programm steht." Am Geld sei es trotz neuer Fed-Cup-Verträge sicher nicht gescheitert, versicherte der Kapitän.

Im Relegationsmatch sind wieder alle dabei
Dass der Einsatz für Österreich noch dazu gegen Größen wie Jennifer Capriati oder Monica Seles so wenig zählt, ist freilich bedenklich. Tesar will bis Mittwoch zwei zusätzliche Spielerinnen nachnominieren, eine davon soll eine Junge sein. "Unser Ziel bleibt es, dass wir den Verbleib in der Weltgruppe sichern. Aber die USA sind natürlich eine Übermacht." Für das zu erwartende Relegationsduell mit einem Sieger der Euro-Afrika-Zone am 20./21. Juli hat Tesar übrigens Zusagen aller Spielerinnen, auch von Schett.

Wer wird neuer Coach von Schwartz?
Für Schwartz geht es nach Ostern wieder zurück auf die Tour. "Ich bin voll ausgeheilt und fliege nächsten Samstag nach Estoril", sagte die mittlerweile 23-jährige Niederösterreicherin. Danach steht noch Budapest auf dem Plan. In Sachen neuer Coach wollte sie noch nichts verraten. "Das entscheidet sich in den nächsten ein bis zwei Wochen." Gerüchte sprechen allerdings von einem ausländischen Trainer, der Bernd Wetter nachfolgen soll.

30.3.2002 14:41