Samstag, 30. März 2002

Agassi zum fünften Mal Sieger in Key Biscayne

  • Überraschungsmann Federer in vier Sätzen bezwungen
  • Damen: Serena Williams schlägt Capriati

In der familieninternen Wertung hat Andre Agassi mit Steffi Graf gleichgezogen. Der US-Amerikaner gewann am Sonntag zum fünften Mal nach 1990, 1995, 1996 und 2001 das mit 2,95 Millionen Dollar dotierte Tennisturnier in Key Biscayne. Das war zuvor nur seiner Frau gelungen. "So wie sich die Dinge entwickeln, habe ich eine Chance, sie zu überholen. Ich weiß nämlich, dass sie keinen Titel mehr gewinnen wird. Ich steige also auf im Haushalt", witzelte Agassi nach seinem 6:3, 6:3, 3:6, 6:4-Finalerfolg gegen den Schweizer Roger Federer.

Der Sieg, durch den er sich in dem am Montag aktualisierten Champions Race vom 28. auf den siebenten Platz vorschob, brachte 456.000 Dollar (522.696 Euro) in die Familienkasse. Der Titel bei dem Turnier im Süden Floridas war bereits sein 13. Sieg bei einem Masters-Turnier. Eine Zahl, die bei den Tennis-Herren unerreicht ist. Außerdem verließ Agassi am Sonntag den Tenniscourt zum 700. Mal als Sieger. Nur acht andere Männer in der Tennis-Geschichte haben diese Marke erreicht.

Um gegen den elf Jahre jüngeren Federer die Oberhand zu behalten, musste der 31-jährige Agassi seine ganze Routine ausspielen. Immerhin hatte Federer das Finale in Key Biscayne erreicht, ohne einen Satz oder einen Aufschlag abzugeben. "Ich wusste, dass ich gegen Roger nicht viele Gewinnschläge bekommen würde. Mein Ziel war es, ihn so viele Fehler wie nur möglich machen zu lassen", sagte der Amerikaner.

Die Rechnung ging auf. Agassi hatte nur 21 der so genannten "winners", Federer verbuchte aber 44 leichte Fehler. Lediglich einen kleinen Durchhänger gönnte sich der ehemalige Weltranglisten-Erste, als er den dritten Satz abgab. Mitte des vierten Satzes hatte sich Agassi wieder gefangen. Beim Stande von 2:4 gelang ihm das Re-Break, gefolgt von einem souveränen Service und einem weiteren Break. Das 5:4 war die Vorentscheidung, Federer hatte nichts mehr zuzusetzen.

Capriati unterliegt Serena Williams
Capriati, seit Turnierbeginn stolze Besitzerin eines Edelflitzers aus Maranello und seither stets in Kleidern und Cap in den legendären Ferrari-Farben sowie mit dem Zeichen des "cavallino rampante" spielend, konnte den Turbo im Finale nur selten zünden. Sie hatte aber dennoch viele Chancen, ihr Florida-Trauma zu beenden.

Die Melbourne-Siegerin, die in ihrem Heimatstaat in zwölf Jahren als Profi noch nie ein Turnier als Siegerin verlassen hat, servierte im ersten Satz bei 5:4 zur Führung, vergab im zweiten Satz ebenfalls ein 5:4 und ließ dann bei 6:5 noch vier Satzbälle aus. Sie wird dennoch die Nummer eins bleiben, die verletzungsanfällige und "turnierfaule" Serena Williams rückt von Platz neun auf sieben vor.

Die jüngere Williams war die klar beste Spielerin des Turniers, sie gab keinen einzigen Satz ab und schlug hintereinander die drei bestklassierten Spielerinnen der Welt. Das war vor ihr in der Ranking-Geschichte nur Steffi Graf in Paris 1999 gelungen. Insgesamt hat Serena Williams nun 23 der vergangenen 24 Partien gewonnen, die sie beendet hat. Die einzige Niederlage aus dieser Zeit datiert vom US-Open-Finale gegen Venus. Capriati hatte ihr Glückskonto wohl vorher schon überstrapaziert, als sie gegen Anastasia Myskina (RUS) und Monica Seles (USA-5) Matchbälle abwehren musste, ehe sie weiterkam.

ATP-Turnier in Miami (3,575 Mio Dollar):
Finale:
Andre Agassi (USA-9) - Roger Federer (SUI-12) 6:3,6:3,3:6,6:4

DAMEN (2,82 Millionen Dollar)
Finale:
Serena Williams (USA-8) - Jennifer Capriati (USA-1) 7:5,7:6 (7/4)

30.3.2002 07:26