Freitag, 29. März 2002

Daviscup gegen Rumänien: Koubek optimistisch

  • Kapitän Bresnik sieht Österreich als klaren Außenseiter
  • Kommenden Freitag geht's in Constanta los

Kommende Woche (von Freitag bis Sonntag) steigt in Constanta das Daviscup-Duell zwischen Rumänien und Österreich. Das ÖTV-Team besteht aus Stefan Koubek, Julian Knowle, Jürgen Melzer und Alexander Peya. Während non-playing-captain Günter Bresnik Österreich als krassen Außenseiter sieht, spekuliert Koubek mit einer Überraschung gegen die starken Rumänen.

Österreichs Daviscup-Team präsentierte sich am Karfreitag, eine Woche vor der Auswärtspartie gegen Rumänien in Constanta, fast vollzählig den heimischen Medien. Non-playing-captain Günter Bresnik untermauerte einmal mehr die absolute Außenseiter-Position seiner Mannschaft gegen Andrei Pavel, Adrian Voinea und Co. Stefan Koubek ist als Nummer eins Fixstarter für das Einzel, Julian Knowle hat "von den Vorzeichen her" vorerst die besten Karten für den zweiten Single-Platz. Eine Chance hat aber auch Jürgen Melzer, vierter Mann im Team ist Alexander Peya.

Aufstellung wird erst kurzfristig entschieden
"Zwischen dem Julian und dem Jürgen gibt es zur Zeit sicher nicht viel Unterschied", sagte Bresnik, der wie üblich erst nach den Eindrücken vor Ort über die exakte Aufstellung entscheiden wird. Eine Rolle spielt auch der am Schwarzen Meer aufgelegte Taraflex-Belag, dessen Geschwindigkeit vom "Lebensalter" abhängt. Je älter, desto schneller springen die Bälle ab.

Koubek spekuliert mit Überraschung
Für Stefan Koubek hat das ÖTV-Team aber durchaus Chancen gegen Pavel und Voinea, die diese Woche in Miami mit einem Viertel- bzw. Achtelfinale aufgezeigt haben. "Wir haben mit dem Julian und dem Jürgen zwei Leute, die zuletzt sehr gut auf schnellen Belägen gespielt haben. Vielleicht gelingt uns ja die kleine Sensation", hofft der 25-jährige Kärntner, dessen bisheriges Saison-Highlight heuer der Viertelfinal-Einzug bei den Australian Open war. Koubek bestreitet am 5. April das Match gegen die Nummer zwei Voinea. "Das wird sicher das Schlüsselspiel", weiß er schon jetzt. Denn Pavel ist gegen Österreichs Nummer zwei mit Sicherheit Favorit.

"Die Leistungen der Rumänen mögen erschrecken, aber im Wesentlichen spielen die zwei nicht anders als vor einem halben Jahr", meint Bresnik, der im Doppel voraussichtlich auf das Duo Knowle/Melzer setzen wird, das sich heuer schon bei zwei kleineren Turnieren prächtig geschlagen hat (u.a. Doppelsieg in Andrezieux).

Markus Hipfl sagte ab
Für Achselzucken im ÖTV-Team sorgte der journalistische Hinweis, dass Markus Hipfl nach Frankreich und Kroatien nun schon bei der dritten Auswärts-Partie fehlt, bei den Heimpartien (in denen in der Regel mehr zu lukrieren ist) aber leichter zu haben ist. "Hipfl hat ein Attest des renommierten Professors Weinstabl geschickt, also gibt es da nichts mehr zu sagen", meinte ÖTV-Präsident Prof. Ernst Wolner.

tele.ring-Sponsorenvertreter Walter Sattlberger wollte allerdings schon noch eine "interne Nachbesprechung" mit Hipfl. "Die Art und Weise der Absage war sicher nicht okay", so Sattlberger, dessen Firma mit beiden Spielern auch Einzelverträge abgeschlossen hat. "Beide haben auch ein Handy von uns bekommen." Hipfl hatte lediglich ein Fax geschickt. Sein Erscheinen bei der Pressekonferenz sagte er nach Rücksprache mit Manager Ronnie Leitgeb ab.

Österreich steigt in keinem Fall ab
Bresnik dazu: "Wenn jemand verletzt ist, ist er verletzt. Und unter Druck sollte sowieso keiner ins Team geholt werden." Hipfl hatte schon im Turnierverlauf von Miami bei Bresnik anklingen lassen, dass er bereits seit einiger Zeit Schulterprobleme habe. Gesichert ist nach dem 3:2-Sieg über Israel in St. Anton im Februar, dass Österreich nicht aus der Europa-Afrika-Zone I absteigen kann. Im Falle eines Sensationssiegs über die Rumänen spielen Koubek und Co. im September um den Aufstieg in die Weltgruppe. Das bisher letzte Weltgruppen-Match bestritt die Bresnik-Truppe im Februar 2000 in der Slowakei.

29.3.2002 14:13