Freitag, 29. März 2002

Bronzemedaille für Jukic über 200 m Brust

  • Rogan im Finale über 200 m Rücken Vierter
  • Positive Dopingproben von zwei chinesischen Athleten

Die traditionelle Abschlussfeier der österreichischen Schwimm-Equipe bei Großveranstaltungen wurde zum Jubelfest. Rang drei, vier und fünf am Finaltag krönten die Bilanz des Verbandes Österreichischer Schwimm-Vereine (VÖS) bei den mit sechs Final-Teilnahmen generell sehr erfolgreichen 6. Kurzbahn-Weltmeisterschaften. Im Moskauer Athleten-Hotel Cosmos wurde daher noch Sonntag Abend von Aktiven und Trainern auf die Erfolge angestoßen und abgetanzt.

Die beiden VÖS-"Legionäre" nahmen den Montag-Frühflug nach Wien. Während Patrick Schmollinger gleich weiter nach Stuttgart flog, verbrachte Markus Rogan vor seiner Weiterreise in die Staaten noch einen Tag mit seiner Familie. Die Rückreise vom Rest der Mannschaft war für Nachmittag angesetzt.

Jukic sorgt für "bronzenen" Höhepunkt
Der Höhepunkt dieser Titelkämpfe aus heimischer Sicht war der Bronze-Lauf von Mirna Jukic. Der Eindruck von ihrem fantastischen Rennen zu Bronze wird noch lange bleiben. Da hatte sie im 100-m-Semifinale ihren Rekord auf 1:07,52 Min. gedrückt, und dann blieb sie bei Halbzeit des 200er-Endlaufs nur 0,16 Sek. über dieser Marke. "Ich wollte einfach von Anfang an schnell schwimmen", hatte sie eine einfache Erklärung für ihr höllisches Anfangstempo.

Urheber dieser Taktik war Vater und Trainer Zeljko. Im Trubel um seine "bronzene" Tochter hielt er sich dann zwar im Hintergrund, seines Zutuns ist sich Mirna aber gerade in diesen Momenten bewusst. Allerdings weiß sie auch um ihr Talent: "Mein Vater hat sicher einen großen Einfluss auf mich, aber ohne mich hätte auch er diesen Erfolg nicht", sagte sie keck. "Diese Medaille ist jedenfalls meine bisher schönste, auch weil sie so eine schöne Farbe hat. Die gefällt mir besser als Gold und Silber."

Rogan sorgt für sechs Rekorde
Bei all der Euphorie um Jukic darf man freilich den Rest der VÖS-Truppe nicht vergessen. Allen voran Rogan, über 200 m Rücken als Vierter nur knapp an Bronze vorbei. Mit sechs nationalen Rekorden gingen fast die Hälfte der insgesamt 13 auf das Konto des Wieners, obwohl er seinen Formhöhepunkt offensichtlich schon überschritten hatte. Mit Rang acht über 100 m Rücken landete der 19-Jährige noch ein zweites Mal im Vorderfeld.

Die beiden Brust-Spezialisten im Herren-Team blieben im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Für Maxim Podoprigora war nach seiner Erkrankung der Final-Einzug und Rang sieben über 200 m ein achtbares Ergebnis, Schmollinger kam nur über 100 m in die von ihm anvisierte Region, da aber mit Rekord. Dem 28-Jährigen machte auch zu schaffen, dass er in den zwei Wochen vor der WM aus beruflichen Gründen nur sechs Mal zum Trainieren kam.

Damen: Draxler und Nadarajah stark
Bei den Damen imponierten neben Jukic auch Judith Draxler und Fabienne Nadarajah. Draxler behielt in ihrem ersten WM-Finale die Nerven und kraulte im zweiten Anlauf auf den sensationellen fünften Platz. Mit Rang zehn überzeugte sie auch im Delfin-Sprint. Die 16-jährige Nadarajah legte mit den Platzierungen zehn und zwölf ein glanzvolles WM-Debüt hin, nur Petra Zahrl fiel etwas ab. Über die 200 m Delfin überraschend klar am Finale vorbei, rehabilitierte sich die 21-Jährige über die 100 m doch ein wenig.

Kurzbahn-WM international aufgewertet
International war es die bisher am stärksten besetzte Kurzbahn-WM, die Australier und US-Amerikaner glänzten auf einigen Lagen mit ihren stärksten Teams. Dahinter war Schweden die europäische Top-Nation. Emma Igelström wurde auch als erfolgreichste Schwimmerin ausgezeichnet, bei den Herren ging dieser Titel an Aaron Peirsol (USA). Zur erfolgreichsten Aktiven bei Kurzbahn-Weltmeisterschaften avancierte Martina Moravcova (SVK). Und punkto Zuschauer erfüllte Moskau mit rund 22.000 die Erwartungen nicht ganz.

Positive Dopingproben von zwei Chinesen
Im Rahmen der Schwimm-Weltmeisterschaften in Moskau wurden am Sonntag zwei positive Dopingfälle bekannt. Der Chinese Ying Shan, der mit der 4 x 100 m-Kraustaffel 1997 in Göteborg Weltrekord aufgestellt hatte, und seine Landsfrau Jiawei Zhou sind des Dopings mit dem anabolen Steroid Clentuberol überführt worden. Die positiven Proben wurden am 31. Jänner genommen. Beide wurden vom chinesischen Verband suspendiert, ihnen droht eine internationale Sperre von vier Jahren.

29.3.2002 09:59