Sprint als erste Standortbestimmung für Biathleten
- Top 15 als vorerst bescheidenes ÖSV-Ziel

Am Donnerstag wird die Skijagd eröffnet - die Biathleten starten in Östersund als letzte Wintersportler in ihre Weltcup-Saison. In der Sparte mit der wohl größten Dichte wollen auch die Österreicher den einen oder anderen Teilerfolg landen und Selbstvertrauen für die WM in Sibirien tanken, die als Höhepunkt ganz am Schluss im März angesetzt wurde. "Ein Stockerlplatz wäre wieder schön", sagt Wolfgang Perner, der Olympia-Dritte von Salt Lake City und Sieger der jüngsten internen Testbewerbe.
Der Sprint wird die erste Standortbestimmung liefern, Trainer Walter Gapp wäre auf der ersten Station mit Platzierungen unter den ersten 15 schon zufrieden. "Ich weiß, was sie können, beim Auftakt mache ich noch keinen Druck", erklärte der Tiroler, nach dessen Worten sich die Topform erst nach einigen Rennen einstellen wird.
Rottmann fehlt
Das Erfolgs-Quintett mit Perner, Ludwig Gredler, Daniel Mesotitsch, Wolfgang Rottmann und Christoph Sumann ist zum Auftakt allerdings dezimiert. Rottmann flog am Sonntag wegen einer Nebenhöhlen-Entzündung vom schwedischen Trainingslager in Idre nach Hause, Sumann stürzte im Training auf die ohnehin schon lädierte Schulter, wird aber antreten.
Steigerung beim Schießen
Und wie seine Kollegen versuchen, die Ratschläge des neuen Schießtrainers Klaus Siebert umzusetzen. Das Schießen war bisher allzu oft die Achillesferse der ÖSV-Athleten, da soll der Deutsche mittelfristig eine Steigerung bewirken. "Wir haben neues Feuer gebraucht", sagt der Kärntner Mesotitsch. Man habe Fortschritte gemacht, "aber das müssen wir erst beweisen, wenn wir unter Stress schießen."
Der schnelle Schuss
Denn die jeweils fünf Scheiben, 50 Meter entfernt und 11,5 (stehender Anschlag) bzw. 4,5 Zentimeter (liegend) klein, sollten auch noch in möglichst kurzer Zeit getroffen werden. "In 30 Sekunden muss man fertig sein", nennt Mesotitsch die Norm der Österreicher. Der Schnellste vom Ablegen der Stöcke am Schießstand bis zum ersten Schuss ist Weltcupsieger Raphael Poiree mit acht bis zehn Sekunden, die Österreicher kommen auf zwölf bis 15. Das Ziel sei, sich jedes Jahr um rund zwei Sekunden zu verbessern, sagt Mesotitsch, der 20 km-Sieger von Antholz im Jänner und eine der ÖSV-Hoffnungen für die Heim-WM 2005 in Hochfilzen. "Das klingt nach wenig, aber die paar gewonnenen Sekunden können fünf bis zehn Plätze bringen."
Weltcup in Slowenien findet statt
Der zweite Biathlon-Weltcup der Saison wird planmäßig vom 11. bis 15. Dezember im slowenischen Pokljuka stattfinden. Diese Entscheidung gab die Internationale Biathlon-Union (IBU) am Dienstagnachmittag bekannt. Wegen Schneemangels waren die Wettkämpfe lange gefährdet, doch in der Nacht zum Dienstag sind auf dem Areal der Weltmeisterschaften des Jahres 2001 zehn Zentimeter Neuschnee gefallen. Zudem verspricht die Wettervorhersage anhaltende Minustemperaturen, so dass Kunstschnee erzeugt werden kann. Eine Verlegung nach Östersund ist somit kein Thema mehr.
ÖSV-Team für Östersund:
Ludwig Gredler, Daniel Mesotitsch, Wolfgang Perner, Christoph Sumann, Hans-Peter Foidl, Fritz Pinter, Hans Achorner
Anna Sprung.
