Samstag, 30. März 2002

Sechsjähriger nach Sturz in Rohr lebend geborgen

  • Musste mehrere Stunden im Wasser stehen
  • Vom Vater nach Rettungsaktion in die Arme geschlossen

Nach acht Stunden ist am frühen Samstagmorgen im niederländischen Kerkrade ein sechsjähriger Bub aus einem zwölfeinhalb Meter tiefen und 30 Zentimeter engen Plastikrohr gerettet worden. Das aus Marokko stammende Kind war am späten Freitagnachmittag beim Spielen in das Rohr gefallen. Mit ihm sollte eine Grünfläche in einem Wohngebiet trocken gelegt werden.

75 Rettungskräfte der Feuerwehr, Polizei und des Technischen Hilfswerks aus den Niederlanden und dem benachbarten Aachen hatten das Rohr mit vier Baggern, Schaufeln und bloßen Händen freigelegt, bis sie zu dem Eingeschlossenen vorgedrungen waren. Unterdessen pumpten Feuerwehrleute warme Luft und Sauerstoff durch das Rohr in die Tiefe, in der dem Buben das Grundwasser nach Angaben der Retter bis zum Bauch stand.

Zudem hatten die Helfer ein Funkgerät durch den engen Schacht zum Kind heruntergelassen. Zwei Feuerwehrleute hielten so ständig Kontakt zu ihm und versuchten ihn zu beruhigen. Als der Bub bereits erhebliche Ermüdungserscheinungen zeigte, gelang den Helfern der lebensrettende Durchbruch: Mit einer Fangschleife zogen die Retter den Verunglückten an beiden Handgelenken nach oben und brachten ihn auf der Schaufel eines Baggers wieder an die Oberfläche. Dort wurde es von seinem Vater in die Arme geschlossen.

30.3.2002 07:38