Donnerstag, 28. März 2002

11.9. - US-Justiz will Todesstrafe für Moussaoui

  • Frankreich will Hinrichtung in USA verhindern

Das US-Justizministerium wird für den mutmaßlichen Terroristen Zacarias Moussaoui wegen der Anschläge vom 11. September in den USA die Todesstrafe beantragen. Dies berichteten mehrere amerikanische Fernsehsender am Donnerstag.

Die französische Regierung will verhindern, dass Moussaoui, der französischer Staatsbürger marokkanischer Abstammung ist, in den USA hingerichtet wird.

Moussaoui muss sich in den USA in direktem Zusammenhang mit den Terroranschlägen vom 11. September in mehreren Punkten vor Gericht verantworten. Zunächst war angenommen worden, dass er als 20. Flugzeugentführer für die Terroranschläge vorgesehen war.

US-Justizminister John Ashcroft (Bild) erklärte am Donnerstag, er habe die zuständige Staatsanwaltschaft angewiesen, die Todesstrafe zu verlangen. Der Minister begründete die Entscheidung mit der Schwere des Falls. Moussaoui solle für seine "aktive" Beteiligung an den Attentaten vom 11. September bestraft werden, teilte ein Sprecher des Ministeriums am Donnerstag in Washington mit. Der 33-jährige Franzose ist der bisher einzige Verdächtige, der in den USA wegen der Anschläge angeklagt ist.

Die US-Ermittler verdächtigen Moussaoui, der "20. Mann" in der Gruppe der Luftpiraten gewesen zu sein. Sie vermuten, er habe laut Plan an der Entführung der in Pennsylvania abgestürzten United-Airlines-Maschine teilnehmen sollen. Diese Maschine war nur von vier Entführern gekapert worden, während die übrigen drei entführten Flugzeuge von je fünf Tätern in ihre Gewalt gebracht wurden. Moussaoui wurde jedoch bereits einen Monat vor den Terroranschlägen festgenommen. Die Leitung einer Pilotenschule im Bundesstaat Minnesota hatte die Bundespolizei FBI auf den Franzosen aufmerksam gemacht, weil er sich verdächtig verhalten habe. Moussaoui bestreitet seine Schuld.

28.3.2002 16:33