"Das Leben des Jesus": ein halbes Dutzend Anzeigen
- Staatsanwalt prüft, ob Buch katholische Kirche "herabwürdigt"
- Plus: Die Bilder des Aufregers "Das Leben des Jesus"
·DAS BUCH
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"Spätzlein" Haderer ignorieren
"Das Leben des Jesus", das umstrittene Buch des Karikaturisten Gerhard Haderer, beschäftigt inzwischen auch verstärkt die Staatsanwaltschaft Wien. Ein halbes Dutzend Anzeigen wegen "Herabwürdigung religiöser Lehren" sind mittlerweile auf dem Schreibtisch des zuständigen Referenten gelandet, war im Wiener Landesgericht in Erfahrung zu bringen.
Dieser wird in den kommenden Tagen das Buch eingehend studieren und prüfen, ob es als Ganzes oder in einzelnen Stellen geeignet ist, die katholische Kirche "herabzuwürdigen oder zu verspotten" und damit "berechtigtes Ärgernis zu erregen", wie es im Par. 188 Strafgesetzbuch heißt. Im Fall einer Anklage müsste Haderer bei einem Schuldspruch mit bis zu sechs Monaten Haft bzw. einer Geldstrafe von bis zu 360 Tagessätzen rechnen.
Unter den Anzeigern findet sich bisher kein offizieller Kirchen-Vertreter oder eine katholische Institution. Dafür soll unter anderem ein Zivilingenieur im Ruhestand handschriftlich für eine Bestrafung des Karikaturisten eingetreten sein. Mit dem Wiener Rechtsanwalt Erich Ehn, dem Rechtsexperten der Erzdiözese Wien, der ausdrücklich als Privatperson eine Anzeige eingebracht hat, hat sich allerdings auch schon ein prominenter Katholik an den Staatsanwalt gewandt.
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