Dienstag, 26. März 2002

100 Nachbeben - Afghanistan kommt nicht zur Ruhe

  • Internationale Hilfe für Erdbebenopfer angelaufen
  • Thomas Klestil drückt Solidarität in Telegramm aus

Die internationale Hilfe für die Opfer des schweren Erdbebens in Nordafghanistan ist angelaufen. Zahlreiche Hilfsorganisationen schickten am Mittwoch Material und Helfer in das Katastrophengebiet, weitere Regierungen sagten ihre Unterstützung zu. Seit Montag wurden fast hundert teils heftige Nachbeben registriert.

Über die Zahl der Opfer gab es weiterhin keine genauen Angaben. Das afghanische Innenministerium rechnete mit bis zu 3.000 Toten. Nach UN-Angaben wurden durch das Beben rund 4.000 Menschen verletzt und etwa 20.000 obdachlos.

Der afghanische Interims-Regierungschef Hamid Karsai traf am Mittwoch in der fast vollständig zerstörten Stadt Nahrin ein und sicherte den Erdbebenopfern weitere Unterstützung zu. "Wir haben Nahrung, Decken und Medikamente geschickt", sagte er vor Hunderten von Menschen. Karsai wollte im Laufe des Tages mit Vertretern der UNO und von humanitären Organisationen zusammentreffen.

Bundespräsident Thomas Klestil drückte in einem Telegramm an Karsai sein Mitgefühl aus. "Ich möchte sowohl die Solidarität der Menschen der Republik Österreich als auch meine eigene mit der Übergangsregierung und mit dem afghanischen Volk zum Ausdruck bringen, das in der Vergangenheit schon so viel gelitten hat", hieß es.

Die Hilfsorganisationen Internationales Rotes Kreuz, ACTED und Ärzte ohne Grenzen brachten bereits am Dienstag Decken und Zelte vor Ort, um die Obdachlosen vor der nächtlichen Kälte zu schützen. Russland schickte eine 21-Tonnen-Ladung an Hilfsgütern. Auch Japan und der Iran boten humanitäre Hilfe an.

Die Internationale Schutztruppe für Afghanistan schickte norwegische Minenräumspezialisten und britische Pioniere zur Unterstützung der Hilfsarbeiten in die Region. An der Hilfe für die Erdbebenopfer sollen sich auch Bundeswehr-Soldaten beteiligen. 127 deutsche, dänische und niederländische Soldaten - vor allem Sanitäter und Minenexperten - sollen in das Katastrophengebiet fahren.

Spendenkonten für Ihre Hilfe
ÖRK - PSK 2.345.000 Kennwort "Afghanistan"
UNICEF - PSK 15 16 500 "Erdbeben Afghanistan"
Caritas - PSK 7.700.004 "Afghanistan"

26.3.2002 08:33