Waffengeschäfte im Grazer Rotlicht-Milieu aufgeflogen
- Polizei entdeckt drei Waffendepots
- Kriegsgerät vom Balkan geschmuggelt und verkauft

Geschäfte mit Drogen und Waffen im großen Stil sind von der steirischen Exekutive aufgedeckt worden. Wie die Sicherheitsdirektion am Montag bekannt gab, wurde im Zuge langwieriger Ermittlungen der mutmaßliche Haupttäter, der dem Grazer Rotlicht-Milieu zugeordnet wird, ausgeforscht und verhaftet.
Der Mann organisierte den Ankauf aus dem ehemaligen Jugoslawien, von wo Maschinengewehre, Karabiner, Panzerabwehrrohre, Minen und Sprengstoff bezogen und mit Gewinn weiterverkauft wurden.
Auf Friedrich Josef B. war man im Zuge von Ermittlungen im Suchtgiftmilieu gestoßen. In drei Depots wurden zahlreiche Waffen sowie Kriegsmaterial in unterschiedlichster Form sichergestellt. Die meisten Kriegsgeräte, die B. und seine Komplizen ab 1990 nach Österreich geschmuggelt haben, datieren aus dem Zweiten Weltkrieg, werden von den Fachleuten aber als durchaus funktionstüchtig eingestuft.
Operation "Nemo": 17 Hausdurchsuchungen
Insgesamt wurden im Zuge der Operation "Nemo" 17 Hausdurchsuchungen vorgenommen, bei denen laut Sicherheitsdirektion u.a. rund 100 Kilogramm Sprengstoff, elf Maschinengewehre, über eine Tonne Munition und Ersatzteile 20 Panzerabwehrrohre und über 500 Granaten sichergestellt wurden. Der mutmaßlich Haupttäter, Friedrich Josef B., und zwei Mittäter wurden verhaftet. Gegen neun Personen wurde Anzeigen nach dem Waffengesetz und dem Kriegsmaterialgesetz erstattet.
Die Waffen wurden in Depots in Graz-Umgebung, in der Ober- und Weststeiermark sowie in Kärnten gefunden. Wie die Ermittlungen, die von Landesgenedarmeriekommando, Sicherheitsdirektion und EBT gemeinsam geführt wurden, ergaben, waren österreichische Sammler die potenziellen und auch tatsächlichen Abnehmer der Waffen gewesen sein. Sie müssen ebenfalls mit Strafverfolgung rechnen.
40 Personen wegen Drogendelikten verhaftet
Die Ermittlungen waren im März 2000 aufgenommen worden und hatten ursprünglich der Suchtgiftszene im Großraum Graz gegolten. 40 Personen waren wegen des Besitzes und Handelns u.a. mit 200.000 Stück Ecstasy und größeren Mengen Kokain verhaftet worden und sind mittlerweile teilweise bereits verurteilt. "Hier verzahnten sich die Täterkreise", berichtet einer der erhebenden Beamten. Schließlich führte die eine heiße Spur zum Waffenhändler Friedrich Josef B. Der Mann hatte gemeinsam mit Komplizen im Zeitraum von 1990 bis in die jüngste Vergangenheit von einem kroatischen Mittelsmann in Zagreb aus dem ehemaligen Jugoslawien Kriegsmaterial bezogen.
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