Osterbotschaft: Papst ruft zum Frieden in Nahost auf
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Papst Johannes Paul II. hat in seiner Osterbotschaft zum Frieden in der Welt, vor allem im Nahen Osten aufgerufen. Vor mehr als 100.000 Menschen auf dem Petersplatz im Vatikan bat er, die "Spirale der Übergriffe und des Mordens" im Heiligen Land anzuhalten und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Zuvor hatte Johannes Paul II. die Ostermesse auf dem Petersplatz selbst zelebriert.
Bei seiner traditionellen Osterbotschaft hat Papst Johannes Paul II. Politiker und Religionsführer in aller Welt aufgerufen, die Gewalt im Nahen Osten zu stoppen. Alle müssten darauf hinarbeiten, dass "Frieden die tragische Abfolge von Anschlägen und Morden beendet, die das Heilige Land mit Blut beflecken", mahnte das Oberhaupt der Katholischen Kirche beim Ostersegen "Urbi et Orbi" am Sonntag vor zehntausenden Gläubigen in Rom. "Krieg löst gar nichts, er bringt nur immer noch mehr Leiden und noch mehr Tote." Niemand könne schweigen oder tatenlos zusehen, wie der Nahe Osten in diesen Tagen in "Grauen und Verzweiflung" stürze, "kein Politiker und kein Religionsführer".
"Es sieht so aus, als sei dem Frieden der Krieg erklärt worden", sagte der Papst beim traditionellen "Urbi et Orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis") weiter. Er hoffe, dass der Verurteilung des Kriegs "konkrete Akte der Solidarität folgen, die allen helfen, zu gegenseitigem Respekt und ehrlichen Verhandlungen zurückzufinden", erklärte der 81-Jährige auf dem mit orangefarbenen, blauen, gelben und weißen Blumen geschmückten Petersplatz. Alle Gläubigen der Welt könnten "ihre Kräfte vereinen" und dafür arbeiten, "dass ihre religiösen Überzeugungen niemals die Ursache für Separation und Hass" würden.
Die Katholiken sollten der Menschen in der Welt gedenken, die großes Leid ertragen müssten. "In wie vielen Ecken der Welt hören wir die Schreie derjenigen, die um Hilfe bitten, weil sie leiden und sterben?". Von Afghanistan und "so vielen anderen Ländern in der Welt, in denen gesellschaftliche Ungerechtigkeit und rivalisierender Ehrgeiz noch immer unzählige Brüder und Schwestern quälen".
"Frohe Ostern" in 62 Sprachen
Nach seiner Ansprache wünschte der Papst den Christen in aller Welt in 62 Sprachen ein gesegnetes Osterfest. Trotz seiner angeschlagenen Gesundheit hielt Johannes Paul II. die Messe zum Teil im Stehen ab. Dabei stützte er sich auf einen speziell entwickelten Altar. Während der Osterwoche hatte der stark geschwächte Johannes Paul II. erstmals in den 23 Jahren seiner Amtszeit mehrere Zeremonien im Sitzen leiten und auf mehrere traditionelle Gesten verzichten müssen. Der 81-jährige leidet an Parkinson, einer fortgeschrittenen Kniearthrose und den Folgen eines Attentats 1981.
Pontifex zeigte sich erstmals mit Gehhilfe
Am Karfreitag hatte der Papst zum ersten Mal bei der Kreuzwegsprozession darauf verzichtet, das Kreuz selbst zu tragen. Bei der Karfreitagsmesse im Petersdom zeigte er sich erstmals öffentlich mit einer Gehhilfe. Die traditionelle Fußwaschung zum Gründonnerstag im Petersdom hatte Johannes Paul II. nicht selbst vornehmen können. Auch die Messe zum Palmsonntag las er im Sitzen.
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