In den Anden von Peru: Riesige Inka-Stadt endeckt
- War letzte Bastion der Inkas vor spanischen Eroberern
- Plus: Die ersten Bilder der Ausgrabungen
In den peruanischen Anden nahe des berühmten Inka-Heiligtums Machu Picchu haben Archäologen die Ruinen einer noch älteren und ungewöhnlich großen Inka-Stadt entdeckt. Die Anlage bei Vilcabamba in 3300 Metern Höhe erstrecke sich nach den bisherigen Erkenntnissen über eine Fläche von sechs Quadratkilometern und bestehe aus Überresten von mindestens 100 Gebäuden, einer Pyramide sowie mehreren Mausoleen, zitierte die Zeitung "La Republica" am Dienstag den britischen Forscher Peter Frost.
Ähnlich wie Machu Picchu liege die Anlage auf einem Bergrücken mit einem atemberaubenden Panoramablick auf die schneebedeckten Gipfel der Anden. Der Ort auf dem Berg Corihuayrachina in der Provinz Cusco sei deshalb von den Inkas vermutlich für rituelle Zwecke ausgewählt worden. Außerdem befanden sich in der Nähe Silberminen, sagte der Wissenschaftler.
Erste Reste seien bereits vor einigen Jahren gefunden worden, aber die Größe der Stadt sei erst jetzt deutlich geworden, betonte der Brite. Die ältesten Teile der Stadt könnten aus der Frühzeit des Inka-Imperiums ab dem 12. Jahrhundert stammen.
"Große historische Bedeutung"
"Der Fund ist von großer historischer Bedeutung, weil es sich um die letzte Bastion der Inkas gegen die spanischen Eroberer handelt", sagte Frost. Die Ureinwohner seien vor den plündernden und mordenden Spaniern in die Region von Vilcabamba geflüchtet, wo sie den Europäern noch 36 Jahre stand gehalten und ihre Traditionen bewahrt hätten.
Bisher seien kreisförmige Wohnhäuser, Vorratsräume für Lebensmittel, Plattformen für rituelle Handlungen und die Beobachtung der Sterne, Friedhöfe, Begräbnistürme, Straßen, Aquädukte und Staubecken gefunden worden.
Gräber geplündert
Die Gräber seien aber leider bereits alle geplündert worden. Bei den Grabschändern habe es sich vermutlich um Minenarbeiter gehandelt, die vor 30 Jahren in der Nähe gearbeitet hätten, sagte Frost. "Wir haben keinerlei Ornamente oder Metallgegenstände mehr gefunden, nur Keramikscherben und einige menschliche Knochen", sagte der Inka-Experte bei einer Pressekonferenz im Archäologischen Museum in der Hauptstadt Lima.
Unter der Leitung von Frost arbeiteten neun weitere einheimische Wissenschaftler gemeinsam mit Kollegen aus den USA und Großbritannien an den ersten Ausgrabungen. Der peruanische Archäologe Alfredo Valencia kündigte die Fortsetzung der Arbeiten für kommenden Juni an.
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