Freitag, 22. März 2002

Vierspuriger Ausbau der A 2 südlich von Wien beginnt

  • Fertigstellung bis Herbst 2006 geplant
  • 130 Mio. € Gesamtkosten für Projekt Vösendorf-Guntramsdorf

Infrastrukturminister Mathias Reichhold (FPÖ) und Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) haben am Freitag gemeinsam den "Startschuss" für den vierspurigen Ausbau der Südautobahn (A2) im Abschnitt Vösendorf - Guntramsdorf gegeben. Die Fertigstellung ist bis Herbst 2006 geplant.

Die Gesamtkosten für das Projekt in mehreren Etappen betragen 130 Mio. Euro. Mit den Arbeiten werde nach Ostern begonnen, so Pröll in einem Pressegespräch. Den Beginn macht der Abschnitt Wiener Neudorf - Guntramsdorf (7,6 Kilometer) auf der Richtungsfahrbahn Graz. 2003 wird die Richtungsfahrbahn Wien in diesem Bereich an der Reihe sein. Anschließend werden die Generalerneuerung und der vierspurige Ausbau von der Landesgrenze bis Wiener Neudorf folgen.

Das Vorhaben sei ein "zentrales Projekt im Bereich der Verkehrsinfrastruktur" des Landes, betonte Pröll. Es gehe u.a. um bessere Mobilität und ein Mehr an Sicherheit. Der Ausbau der A2 sei außerdem im Zusammenhang mit der Errichtung der B301 (soll ebenfalls 2006 fertig sein) sowie mit der EU-Erweiterung erforderlich.

Sicherheit werde auch während der Arbeiten groß geschrieben, sagten Pröll und ASFINAG-Vorstandsdirektor Franz Lückler. Es werde drei geringfügig eingeengte Fahrspuren, 28 Kilometer Betonleitwände, Pannenbuchten, Sicherheitsstreifen und mobile Tempoanzeigen zur Selbstkontrolle der Kraftfahrer geben. Auf den Baustellenbereich werden außerdem zehn Kameraanlagen verteilt sein. Lückler verwies auch darauf, dass die Verkehrsprognosen für das Jahr 2015 bei etwa 180.000 Kfz im Abschnitt Knoten Inzersdorf - Knoten Vösendorf liegen. Derzeit sind es 145.000 und damit bereits 15 Mal so viel wie zum Zeitpunkt der Eröffnung vor nunmehr 40 Jahren.

Reichhold legte ein Bekenntnis ab, die Zeiträume der Umsetzung von Projekten verkürzen zu wollen. Zur Hebung der Verkehrssicherheit müssten alle technischen Möglichkeiten ausgenützt werden. So seien etwa "Flaschenhälse" durch Baustellen - wie nun auf der A2 südlich von Wien - weitestgehend zu entschärfen. Darüber hinaus gehe es um "kurze Bauzeiten", was gleichzeitig "kurze Behinderungszeiten" bedeute.

Pröll empfiehlt Ausweichen auf die Bahn
Mit den beginnenden Arbeiten auf der A2 (und damit wohl nicht zu verhindernden Behinderungen) verwies Pröll auch auf Alternativen für Pendler aus dem südlichen Niederösterreich. Anbieten würden sich die Südbahn mit Fünf- bis 15-Minuten-Takt (Mödling-Wien) in den Hauptverkehrszeiten, die Pottendorfer Linie, die Wiener Lokalbahnen mit Sieben- bis Acht-Minuten-Takt (Wiener Neudorf-Wien) oder die Busverbindung von Mödling zur U6 in Siebenhirten. "Eine attraktive Erreichbarkeit Wiens vom Süden gibt es also nicht nur mit dem Auto."

22.3.2002 15:12