Österreichs Wirtschaft war 2001 in "Rezession"
- Dies geht aus jüngsten Berechnungen des Wifo hervor
Österreichs Wirtschaft war im Jahr 2001 in einer "technisch definierten Rezession", wenn man den in den USA üblichen Maßstab heranzieht, nämlich ein in zwei Quartalen hintereinander geschrumpftes reales Bruttoinlandsprodukt (BIP) . Im vierten Quartal 2001 ist das BIP gegenüber dem Vorquartal real um 0,2 Prozent zurückgegangen, im dritten Quartal 2001 war es bereits um 0,4 Prozent geschrumpft.
Im ersten und zweiten Quartal 2001 gab es nach dieser Definition jeweils noch einen realen BIP-Zuwachs um 0,1 Prozent. Dies geht aus der jüngsten volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung des Österreichischen Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) hervor.
Privatkonsum im 4. Quartal real 1 Prozent gewachsen
Im Gesamtjahr 2001 ist Österreichs Wirtschaft real um ein Prozent gewachsen, geht aus der jüngsten Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung des Wirtschaftsforschungsinstitutes (Wifo) hervor. Die bisher letzte Prognose vom 20. Dezember (1,1 Prozent) wurde damit leicht unterschritten.
Wie bereits im 3. Quartal 2001 hat sich die Inlandsnachfrage auch im 4. Quartal schwach entwickelt. Der Privatkonsum hat im 4. Quartal 2001 real im Jahresabstand nur um 1 Prozent zugenommen. Im Gesamtjahr 2001 ist der Privatkonsum um 1,3 Prozent gewachsen, 2000 waren es noch 2,5 Prozent. Die staatliche Nachfrage hat im 4. Quartal (plus 0,3 Prozent) annähernd stagniert, was auch auf das Gesamtjahr zutrifft. Die Konjunkturschwäche und die ungünstigen Erwartungen haben die Unternehmen bei den Ausrüstungsinvestitionen zurückhaltend agieren lassen. Trotz eines leichten Anstiegs im 4. Quartal um 0,6 Prozent ergab sich im Schnitt des Gesamtjahres ein Rückgang um 1,2 Prozent.
Bauinvestitionen drastisch gesunken
Besonders drastisch sind die Bauinvestitionen gesunken, wofür neben der allgemeinen Konjunkturschwäche auch Überkapazitäten im Wohnbau verantwortlich waren. Das 4. Quartal brachte einen Einbruch um real 5,1 Prozent, im Jahresschnitt betrug der Rückgang 2,2 Prozent.
Der reale Export (Waren und Dienstleistungen) hat im 4. Quartal mit 5,5 Prozent Zuwachs leicht an Dynamik gegenüber dem 3. Quartal (plus 4,4 Prozent) gewonnen. Der Warenexport nahm um 3 Prozent zu, die Dienstleistungsexporte um 9,8 Prozent. Die Zuwachsrate der realen Importe hat mit 5,7 Prozent im 4. Quartal jene der Exporte überstiegen. Auch importseitig waren Dienstleistungen (plus 9,6 Prozent) deutlich stärker nachgefragt als Waren (plus 3,9 Prozent). Im Gesamtjahr wuchsen die Exporte real mit 5,5 Prozent kräftiger als die Importe (plus 3,6 Prozent), womit der Außenhandel einen positiven Wachstumsbeitrag leistete.


