IHS: Europa fällt weiter hinter US-Wachstum zurück
- Bei Irak-Krieg schwere wirtschaftliche Folgen in Europa
- Federer: "Lage der deutschen Wirtschaft katastrophal"

Ein düsteres Konjunkturbild für Europa malt der Leiter des Instituts für Höhere Studien (IHS), Felderer (Bild), der vor den schweren wirtschaftlichen Folgen bei einem Irak-Krieg warnt. Die Wachstumsschwäche Europas verstärke sich wieder, der Abstand zu den Wachstumsraten der USA werde in den nächsten zwei, drei Jahren weiter wachsen.
Ein Irak-Krieg werde vor allem für Europa und damit auch für Österreich schwere wirtschaftliche Folgen haben. "Nach einem Irak-Krieg sehe ich eine rasche US-Erholung mit drei Prozent Wachstum, nach bereits 2,4 Prozent im Vorjahr, von denen wir weit entfernt sind", sagte Felderer im Gespräch mit der APA. Die Lage der deutschen Wirtschaft sieht er als geradezu katastrophal an.
Derzeit sei die Erholung in den USA lediglich durch die Unsicherheiten über einen möglichen Irak-Krieg unterbrochen, teilt der IHS-Chef die von US-Notenbankchef Alan Greenspan schon am Dienstag vor dem US-Senat geäußerte Einschätzung. Zudem würden sich die USA anders als die EU erfahrungsgemäß immer sehr rasch von wirtschaftlichen Schocks erholen.
Auch in Europa werde es nach Lösung der Irak-Frage eine Erholung geben - auf Grund der strukturellen Probleme vor allem Deutschlands aber ungleich schwächer. Die USA hätten hier den Vorteil einer größeren Flexibilität, etwa auf dem Arbeitsmarkt, aber auch bezüglich der Herausforderungen der Globalisierung.
Besondere Risken für Europa sieht der IHS-Chef derzeit in dem durch die Dollar-Schwäche festen Euro, der die Exporte in den Dollar- Raum dämpft. Wie andere europäische Wirtschaftsforscher erteilt Felderer Überlegungen eine Absage, den EU-Stabilitätspakt wegen eines Irak-Kriegs aufzuweichen. "Ich bin sehr dafür, dass er eingehalten wird, und sehe nicht ein, warum man ihn jetzt in Frage stellen sollte", meinte Felderer.

