Montag, 18. März 2002

Ferrari beginnt vor der BMW-Williams-Power zu zittern

  • Berger: "Wollen Leistungsfähigkeit noch ausbauen"
  • McLaren nach zwei Rennen frustriert

Für Sepang-Sieger Ralf Schumacher und Melbourne-Gewinner Michael Schumacher blieb nach dem zweiten Formel-1-WM-Lauf am Sonntag in Malaysia keine Zeit für eine gemeinsame Feier. Die beiden Protagonisten der derzeitigen "Schumacher-WM" waren am Montag schon wieder zu Hause bei ihren Familien. Beide haben bei ihrer Terminhatz um die Erde bereits das nächste Duell in der Ferne im Visier.

"Letztes Jahr waren wir in Brasilien stärker als Ferrari, hatten aber Pech. Ich denke, dass wir Michael und Rubens auch dort das Leben schwer machen", sagte WM-Mitanwärter "Schumi II" seinem Bruder den Kampf an. Auch der Tiroler BMW-Sportchef Gerhard Berger sieht gute Chancen, mit der Motoren-Power aus München Ferrari zu gefährden: "Wir haben zwei Fahrer, die gewinnen können. Wir haben einen starken und standfesten Motor, dessen Leistungsfähigkeit wir noch ausbauen wollen."

"Ohrfeige für Ferrari"
Auch der regierende Weltmeister Michael Schumacher sieht das Williams-BMW-Gespann als Hauptgegner. "Es sieht so aus. Aber so hatte ich es auch ein bisschen prognostiziert", erklärte Schumacher. "Was für eine Ohrfeige für Ferrari", titelte "La Repubblica" am Montag im Ferrari-Land. "Il Messaggero" meinte: "Auf zum Kampf Ferrari gegen BMW." Nach Ansicht der "Gazzetta dello Sport" hat Ferrari jetzt einen "überaus starken Gegner" und die Formel 1 alles Andere als "rote Langeweile".

Ferrari in Brasilien endlich mit neuem Auto
Nach dem ersten BMW-Doppelsieg der Formel-1-Geschichte und dem größten Triumph seit dem BMW-Titel 1983 übernahm das Team erstmals seit fünf Jahren die Führung in der Konstrukteurs-WM. Die bisher mit dem Vorjahres-Auto fahrenden "Roten" sind nun in Zugzwang geraten, endlich den neuen F2002 an den Start zu schicken. Jetzt wurde auch entschieden, den neuen Boliden in Interlagos an den Start zu schicken - allerdings kommt nur Michael Schumacher in den Genuss des F2002.

McLaren zur zeit nur Außenseiter
McLaren-Mercedes, langjähriger Hauptrivale von Michael Schumacher, scheint im WM-Rennen nur noch Außenseiter zu sein. "Ich glaube, dass sich das hier ein bisschen zu Gunsten von BMW-Williams verschoben hat", gestand Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug, der die Leistung der Konkurrenz fair als "bärenstark" lobte. Die ernüchternde Bilanz der Silbernen bisher: zwei Mal null Punkte für David Coulthard und vier Zähler für den Finnen Kimi Räikkönen. "In meinem Kopf nehme ich meinen Helm und schmeiß ihn quer durch die Garage", erklärte der frustrierte Coulthard, der aber nach wie vor an die Siegchance seines Rennstalls glaubt.

18.3.2002 13:30
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