Sonntag, 24. März 2002

Volvo Ocean Race: "illbruck" düpiert die Konkurrenz

  • Vierter Etappensieg für deutsche Yacht in Griffweite

Die deutsche Yacht "illbruck" setzt bei der Weltumseglung Volvo Ocean Race weiterhin Maßstäbe. Auf der fünften von insgesamt neun Etappen düpiert das Team von US-Skipper John Kostecki die Konkurrenz mit dem beständigen Ausbau ihrer Führungsposition.

Rund 700 Seemeilen vor dem Zielhafen Miami (USA) und damit zwei Tage vor dem errechneten Zieleinlauf hatten die "Tyco" (Bermudas) und "Assa Abloy" (Schweden) als ärgste Rivalen der "illbruck" am Sonntagvormittag 27 bzw. 29 Seemeilen Rückstand. Die grün-weiße Yacht segelt damit dem vierten Etappensieg entgegen. Einmal wurde sie Dritte.

Gewinnt die "illbruck" auch die fünfte Etappe, würde sie mit 37 Punkten die Führung in der Gesamtwertung ausbauen. Zwar können die Konkurrenten auf den verbleibenden vier Etappen das Ergebnis noch korrigieren, aber die Verfolger scheinen sich zur Halbzeit des Rennens in ihr Schicksal zu fügen.

Während an Bord des deutschen Hochseeyacht ausgelassene Stimmung herrscht, bestimmen an Land Flaute und Frust die Situation. In Bremen, wo bis vor kurzem die Arbeiten an der "illbruck"-Yacht für die erste deutsche Teilnahme in der 115-jährigen Geschichte des America's Cup liefen, geht nichts mehr. Die meisten Bootsbauer sind entlassen.

Viele hatten erst am Tag nach der offiziellen Absage durch Syndikats-Boss Michael Illbruck aus der Zeitung erfahren, dass ihr Projekt gescheitert ist. Internationalen America's-Cup-Syndikaten sind bereits Verkaufsangebote der "illbruck"-Challenge aus dem technischen wie auch dem logistischen Bereich unterbreitet worden. Damit scheinen auch künftige deutsche America's-Cup-Engagements auf Eis zu liegen.

24.3.2002 12:10