Samstag, 23. März 2002

Mayer-Vorfelder im Visier der Steuer-Fahnder

  • Muss DFB-Präsident 250.000 Euro nachzahlen?
  • Mayer-Vorfelder zeigt sich empört

Gerhard Mayer-Vorfelder, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), muss womöglich 250.000 Euro an Steuern nachzahlen. Der DFB-Chef soll nach Informationen aus der baden-württembergischen Finanzverwaltung mehr als eine Million Mark Einnahmen aus den Jahren 1999 und 2000 noch nicht versteuert haben.

Das berichtet das Hamburger Nachrichtenmagazin "Spiegel" in seiner neuen Ausgabe.

Seit Februar ermittelt die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen den früheren baden-württembergischen Finanzminister auch wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Der 69-Jährige hatte die Vorwürfe bereits zurückgewiesen und erhielt jetzt auch vom früheren DFB-Vizepräsidenten Franz Beckenbauer Rückendeckung.

Gelder vom VfB Stuttgart nicht versteuert
Hintergrund der Affäre sind vor allem Zahlungen des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart, von dem Mayer-Vorfelder ("MV") in seiner Zeit als ehrenamtlicher Präsident laut "Spiegel" 675.000 Mark eingestrichen haben soll. Die Steueraffäre des früheren Politikers, der seit 1999 keine Einkommens-Steuererklärung mehr abgegeben habe, bringe auch die baden-württembergische Finanzverwaltung in Erklärungsnot, schreibt das Magazin. So seien bis heute die fälligen Steuern vom zuständigen Finanzamt nicht eingetrieben worden.

Beckenbauer: "Lächerlich"
Beckenbauer nahm Mayer-Vorfelder am Samstag in Schutz. "Ich finde diese ganze Geschichte lächerlich", meinte der frühere DFB-Vize in einem Interview der "Bild"-Zeitung und betonte: "Es gibt keinen Grund, MV in Frage zu stellen." Als Präsident des VfB Stuttgart habe Mayer-Vorfelder das Recht auf eine angemessene Aufwandsentschädigung gehabt. "Das gibt es doch bei anderen Vereinen auch", sagte der Präsident des deutschen Rekordmeisters FC Bayern München.

"MV" empört
Mayer-Vorfelder selbst reagierte "mit Empörung" auf einen Bericht. "Mit Empörung habe ich zur Kenntnis genommen, dass in der Meldung des 'Spiegel' unter Bezugnahme auf staatliche Stellen, die zur Wahrung des Steuergeheimnisses und zur Verschwiegenheit verpflichtet sind, über Zahlen und Sachverhalte spekuliert wird, die zudem noch unzutreffend sind", ließ der deutsche Fußball-Präsident in einem Statement verlauten.

23.3.2002 11:19