Im Bau befindliches Biowaffenlabor entdeckt?
- London dementiert
- Ex-König verschiebt Rückkehr
In Afghanistan sollen US-Soldaten in einer Anlage des Terrornetzwerks El Kaida bei Kandahar auf ein im Bau befindliches Biowaffenlabor gestoßen sein. Die Anlage sei eine von 50 bis 60 weiteren gewesen, die bisher von US-Truppen untersucht worden seien, so US-General Tommy Franks. Bis jetzt deute aber nichts darauf hin, dass Osama Bin Ladens Terrornetzwerk tatsächlich biologische Waffen entwickelt habe. Ein Propaganda-Trick der USA ist jedoch nicht auszuschließen. Die britische Regierung hat die Berichte über die Entdeckung des Labors nämlich dementiert.
Die britische Regierung hat am Sonntag dementiert, dass in einer Höhle in Afghanistan ein Labor für Biowaffen gefunden und deswegen die britische Truppenpräsenz um 1700 Marinesoldaten verstärkt worden sei.
Es sei seit dem Taliban-Zusammenbruch klar, dass El Kaida an Massenvernichtungswaffen arbeitete. "Beweise dafür wurden in Afghanistan gefunden und darüber wurde auch in den vergangenen Wochen in der Presse berichtet. Wir wissen nicht, wie weit sie (El Kaida) gekommen sind, aber ihre Absichten sind ernst". heißt es in der Erklärung des britischen Sprechers.
Das Pentagon hat bestätigt Zeitungsberichte
Das Pentagon bestätigt dagegen die Berichte: Im dem Labor nahe Kandahar seien Stoffe gefunden worden, die zur Herstellung von biologischen und chemischen Waffen benutzt werden könnten. Fertige Kampfstoffe habe man jedoch nicht entdeckt, teilte das Pentagon am Samstag mit. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld warnte vor neuen Anschlägen.
Spekulationen um Anthrax-Kontakt von Attentäter des 11. September
Die US-Regierung untersucht einen Expertenbericht, wonach einer der Attentäter des 11. September möglicherweise doch Kontakt mit Anthrax-Erregern hatte. Ein Sprecher der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore erklärte, der mutmaßliche Flugzeugentführer Ahmed Ibrahim Al Haznawi habe sich drei Monate vor den Anschlägen von einem Arzt in Florida wegen einer Wunde am Bein behandeln lassen. Experten des Zentrums für Zivile Bioverteidigungsstrategien der Universität seien zu dem Schluss gekommen, dass eine Infektion mit Milzbranderregern die wahrscheinlichste Diagnose dafür sei.
Ex-König verschiebt Rückkehr
Die geplante Rückkehr des afghanischen Ex-Königs Mohammed Zahir nach Kabul wurde unterdessen auf April verschoben. Dies wurde am Samstag aus Kreisen des italienischen Außenministeriums bekannt. Der 87jährige Zahir Schah lebte seit 1973 in Rom im Exil. Seine Rückkehr nach Kabul wird von der internationalen Afghanistan-Truppe ISAF vorbereitet und sollte in den kommenden Tagen erfolgen.
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