Biagi von siebenköpfigem Kommando erschossen
- Phantombilder von sieben Verdächtigen erstellt

Perfekte Koordination, von der Beschattung zum tödlichen Schuss: Ein siebenköpfiges Terroristenkommando hat den Mord an dem italienischen Regierungsberater, Marco Biagi, durchgeführt.
Wie italienische Medien am Montag berichteten, wurde der 51-jährige Jurist von einer Frau beschattet, die ihm auf seiner Reise im Zug von Modena nach Bologna gefolgt war. Drei weitere Terroristen waren Biagi auf seinem Weg vom Bahnhof von Bologna bis zu seiner Wohnung auf den Fersen. Ein vierter Mann bewachte Biagis Wohnung, während zwei Killer auf einem Motorrad auf den Arbeitsrechtsexperten schossen.
Die Polizei konnte mit Hilfe von Zeugen Phantombilder der sieben Verdächtigen aufstellen. Laut den Behörden war der Anschlag seit Monaten bis ins kleinste Detail geplant worden. Die Terroristen kannten Biagis Gewohnheiten sehr gut. Die Behörden vermuten Verbindungen zwischen den Attentätern, die sich als Mitglieder einer neugegründeten Zelle der linksextremistischen Terrorgruppe "Rote Brigaden" (BR) proklamieren, und inhaftierten Linksextremisten, die für die Anschläge der BR in 70er und 80er Jahren verantwortlich gemacht werden.
Nachdem die italienischen Geheimdienste vor weiteren Attentaten der linksextremen Terrororganisation "Rote Brigaden" gewarnt haben, wurden in ganz Italien schärfste Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Vor allem Regierungsmitarbeiter, Staatsanwälte sowie institutionelle Einrichtungen wie Partei- und Gewerkschaftssitze werden streng bewacht.
Italien bereitet sich inzwischen auf die am Mittwoch in mehreren Städten geplanten Großdemonstrationen gegen den Terrorismus vor. Bei einem Fackelzug in Rom wollen die Demonstranten ihren Protest gegen jegliche Form von Gewalt bekunden.
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