Autodiebstähle nehmen kostant ab
- 2001 gab es 612 weniger Fälle als im Vorjahr
- Bevorzugte Marken der Diebe: VW, Audi, Mercedes, BMW, Opel

Im Jahr 2001 sind in Österreich 5.623 Kfz-Diebstähle registriert worden. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge, die in unserem Land entwendet worden sind, und um solche, die Österreichern im Ausland gestohlen wurden. Seit 1997 - ab da liegen vergleichbare Statistiken vor - ist die Anzahl der Kfz-Diebstähle jedes Jahr zurückgegangen. Im Vergleich zum Jahr 2000 (6.235) musste die Polizei 2001 um 612 Fälle weniger bearbeiten.
Innenminister Ernst Strasser sprach von einem "positiven Trend". Österreich liegt weiterhin "im unteren Drittel der EU-Mitglieder". Noch bessere Ergebnisse sollen erweiterte Fahndungsmethoden, verstärkte Zusammenarbeit mit den Nachbarländern und technische Aufrüstung bringen.
Die beliebtesten Marken der Autodiebe sind VW, Audi, Mercedes, BMW, Opel, Ford und Skoda. Nicht ganz die Hälfte aller gestohlenen Fahrzeuge taucht wieder auf: Die Aufklärungsquote 2001 lag bei 44,2 Prozent und ist seit Jahren konstant. 3.140 Kfz blieben verschwunden. Wird einem der Wagen im Ausland gestohlen, stehen die Chancen mit einer Aufklärungsquote von fünf bis sieben Prozent ungleich schlechter.
Die Anzahl der außerhalb unserer Grenzen abhanden gekommenen Fahrzeuge ist aber ebenfalls im Sinken: Im Jahr 2000 gab es 1.860 Fälle, im vergangenen Jahr 1.407. Besonders gefährdet ist, wer mit einem VW oder Mercedes ins Ausland fährt. Die meisten der bestohlenen Österreicher büßen ihre Wagen übrigens nicht in den "klassischen Urlaubsländern" im Süden, sondern in Ungarn und der Slowakei ein.
Dass weniger Fahrzeuge gestohlen wurden, führte Strasser nicht zuletzt auf die Zusammenarbeit der heimischen Behörden mit der Polizei der Nachbarn Ungarn, Tschechien, Slowakei und Slowenien sowie Polen zurück. Erste Erfolge zeigten sich am Beispiel Slowakei, wo es jüngst eine regelrechte Welle an Diebstählen österreichischer Pkw gegeben habe. Jetzt sei man einer Bande auf der Spur.
In den kommenden zwei Jahren will der Innenminister die mit diesen Ländern vereinbarten Sicherheitspartnerschaften verwirklichen. Das Ziel sei, so gute Bedingungen für die Zusammenarbeit zu erreichen, wie es mit der Schweiz und Deutschland schon der Fall sei. So sollen österreichische Beamte bei der Verfolgung von Straftätern nicht an der Grenze Halt machen müssen und die Grenzgendarmen mit ihren ausländischen Kollegen gemeinsame Patrouillen durchführen können. Der verstärkte Streifendienst bleibt 2002 aufrecht. Bei einem EU-Beitritt würde die Aufhebung der Schengen-Außengrenzen zu diesen Ländern wesentlich länger dauern als etwa jene drei Jahre, die es mit Deutschland gebraucht hat, betonte Strasser.
Bessere Aufklärungsquoten soll außerdem eine gemeinsame "Erfindung" heimischer und deutscher Spezialisten bringen: Die Europäische Fahrzeug Identifizierungs Datei (EUFID) ermöglicht es, gestohlene Kfz und falsche Dokumente zu erkennen, sagte Herwig Haidinger, dem Leiter der Gruppe Kriminalpolizei. Was bisher auf tausenden Seiten Papier geschrieben stand, wird elektronisch erfasst. Derzeit werden die Daten italienischer und schwedischer Fabrikate gespeichert, bald soll EUFID im gesamten EU-Raum verwendet und später an die ehemaligen Ostblockländer weitergegeben werden.
Auch im neuen Bundeskriminalamt werden Daten über Kfz-Diebstähle im Computer gesammelt. So will die Polizei Banden auf die Spur kommen, die in mehreren Bundesländern "arbeiten".
Aber auch jeder einzelne Kfz-Besitzer kann seinen Beitrag leisten, betonte der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Erik Buxbaum. Das Auto abzusperren, Geld und Papiere nicht im Handschuhfach aufzubewahren - das sollten selbstverständliche Vorsichtsmaßnahmen sein. Mehr Sicherheit bringen Alarmanlagen und Wegfahrsperren - Informationsbroschüren sind beim Kriminalpolizeilichen Beratungsdienst unter der Telefonnummer 0800/216346 erhältlich.
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