500 Jahre altes China-Porzellan geborgen
- Rund 15.000 Stück Porzellan aus Ming-Dynastie geborgen

Der französische Unterwasserarchäologe Franck Goddio hat vor der philippinischen Küste mehr als 500 Jahre altes chinesisches Porzellan aus einer Dschunke geborgen. Die Stücke stammen aus der Zeit der Ming-Dynastie und stellen einen der bisher größten Funde aus dieser Periode dar, sagte Goddio am Donnerstag.
Insgesamt seien rund 15.000 Stücke geborgen worden, 11.500 davon aus Porzellan oder Keramik. Die Objekte seien von exzellenter Qualität und außergewöhnlich gut erhalten.
Neben Geschirr handelt es sich nach Angaben des Forschers auch um kleine Vasen oder Kästen. Daneben brachten der Franzose und sein 32 Mann starkes Team bei der zweieinhalb Monate langen Bergung auch Bronzeschmuck, Waffen und Navigationsgeräte an die Wasseroberfläche. Nach Goddios Angaben werden die Fundstücke zur Zeit auf den Philippinen restauriert und wissenschaftlich ausgewertet, später sollen sie ausgestellt werden. Geplant sind eine Wanderausstellung und schließlich zwei permanente Sammlungen in Museen des Inselstaats.
Porzellan-Schatz ermöglicht Aussagen über Handelsrouten
Der Fund gibt nach Darstellung des Archäologen auch Auskunft über eine bisher unbestätigte Handelsroute. Demnach steuerte das Segelboot von China kommend zunächst den Norden der Philippinen an. Dort sollte ein Teil der in einem ausgeklügelten System verstauten Fracht verkauft werden. "Es ist davon auszugehen, dass die Dschunke dann zu weiter südlich gelegenen Inseln fahren wollte und vielleicht auch zu den Molukken, um dort Gewürze zu kaufen", sagte Goddio.
Die bis dahin letzte spektakuläre Porzellan-Entdeckung in ostasiatischen Gewässern hatte vor knapp drei Jahren ein Team um den Engländer Nigel Pickford gemacht. Die Experten bargen aus der 1822 gesunkenen chinesischen Dschunke "Tek Sing" Unmengen an Tassen, Tellern, Vasen und Figuren. Goddio selbst hatte zuletzt durch die Bergung einer Granitstele mit Hieroglyphen-Inschrift vor der ägyptischen Mittelmeerküste für Aufsehen gesorgt. Er wertet sie als Beweis dafür, dass die versunkene Stadt Herakleion mit dem antiken Thonis identisch ist.
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