Und täglich stirbt der Osterhase...
- Jetzt in NEWS: So läuft das Geschäft mit den Hasen
- Sterben für die Pharma- und Kosmetikindustrie
In Österreich vegetieren Zehntausende Kaninchen in dubiosen Mastanlagen. Häsinnen werden durch die so genannte "Wurfsynchronisation" zu Gebärmaschinen. Durch Hormonbehandlung und künstliche Besamung wirft ein Tier bis zu elfmal jährlich je acht bis zehn Junge. Heuer werden drei Millionen Häschen verspeist, rund 20.000 enden als Versuchskaninchen.
In einem kleinen steirischen Dorf, hart an der Grenze zu Slowenien, lebt der "Osterhase" weggesperrt hinter einer schweren Metalltür, in einem fensterlosen Kellerraum eines Gehöfts, zu dem der Zutritt "strengstens verboten" ist. Der Grund, warum Züchter Alfred P. (46) seine Kaninchen unter Verschluss hält, ist freilich nicht deren Verpflichtung zum kollektiven Eierbemalen, sondern ihre dubiose Haltung. Die zumindest den – unter einem Vorwand – eingedrungenen Tierschützern des "Vereins gegen Tierfabriken" das kommende Osterfest vergällen dürfte.
Den Aktivisten, die sich als interessierte Kaninchenzüchter vorgestellt hatten, bot sich ein Anblick tierischen Leids, der so gar nichts mit dem verklärenden Bild des putzigen Osterhasen – der übrigens eine deutsche Erfindung ist – zu tun hat: Die Käfige aus Drahtgitter sind in mehreren "Stockwerken" übereinander gestapelt, in jeder der maximal 40 Zentimeter breiten und ebenso hohen Boxen hockt ein Hase, oft sitzen gar zwei oder drei Tiere nebeneinander. Dutzende Tiere liegen verendet am Gitterrost, oft fehlen Teile von Ohr, Schwanz oder Fell, weil sie von ihren verhaltensgestörten Artgenossen "kannibalisiert" wurden. Der Gestank von verwesendem Fleisch mischt sich mit dem Dunst der Fäkalien, die von einer Box in die nächste tropfen. Dazu kommt das permanente Klirren, wenn die Kaninchen beim Versuch, sich zu bewegen und zu springen, gegen die Gitterstäbe schlagen. Das typische Geräusch für die Massenhaltung.
In nur 12 Wochen zum Schlachtgewicht
Der Keller erstrahlt rund um die Uhr in kaltem Neonlicht, damit die internierten Kaninchen noch weniger dösen und mehr fressen. "In maximal 10 bis 12 Wochen haben sie ihr Schlachtgewicht", sagt Alfred P., "von 20 Gramm auf zwei bis drei Kilo. Man muss nur füttern, was das Zeug hält."
Mehr über das Martyrium der putzigen Tiere, ihre Haltung in Tierfabriken und die Folgen der Schnellmästung lesen Sie im neuen NEWS!
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