Deutsche übernehmen Kommando der Kabul-Truppe
- Nun Befehlsgewalt über "Multinationale Brigade Kabul"
- Gesamtverantwortung über Schutztruppe abgelehnt

Deutschland hat in Kabul von Großbritannien nun offiziell eine wichtige Führungsrolle der internationalen Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) übernommen. Dabei handelt es sich um das so genannte "taktische Kommando" der Multinationalen Brigade Kabul (KMNB), das jetzt unter der Befehlsgewalt von Brigadegeneral Carl Hubertus von Butler steht, teilte das Verteidigungsministerium in Berlin am Dienstagabend auf Anfrage mit.
Die KMNB umfasst die in der Hauptstadt stationierten und eingesetzten Truppen aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, Österreich und Dänemark und wurde bisher von den Briten geführt. Ursprünglich sollte das Kommando im April übergeben werden. Die Nachfolge Großbritanniens als gesamtverantwortliche Nation für die Schutztruppe lehnt die deutsche Bundesregierung ab.
Die durch den Deutschen Bundestag beschlossene Obergrenze des deutschen Kontingentes von 1200 Soldaten bleibt unverändert. Das Ministerium hatte schon zuvor betont, es würden keine Aufgaben auf strategisch-operativer Ebene übernommen. Die soll die Türkei tun. Zu dieser Ebene gehöre die Führung im Gesamteinsatzraum (Umgebung Kabuls), die Koordination mit dem US-Kommando und die Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen sowie der afghanischen Übergangsregierung.
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