Montag, 18. März 2002

Ab 2003 wird auch Großgepäck durchleuchtet

  • Innenminister Strasser stellt neues System in Linz vor
  • Kontrolle soll Selbstmordattentate verhindern

Auf allen österreichischen Flughäfen soll künftig neben dem Handgepäck auch das Großgepäck durchleuchtet werden. Damit soll verhindert werden, dass Selbstmordattentäter Sprengstoff mit an Bord schmuggeln. Für den Passagier ändert sich am Ablauf jedoch nichts. Innenminister Ernst Strasser hat am Montag am Flughafen Linz die dafür nötigen neuen Geräte vorgestellt.

Bisher waren auf den österreichischen Flughäfen nur Kontrollen des Handgepäcks üblich. Die Passagiere mussten zudem einen Metalldetektor passieren. Bei gefährdeten Flügen gibt es auch Gepäckidentifikationen: Erst nachdem jeder ins Flugzeug einsteigende Passagier auf seine Koffer oder Taschen gezeigt hat, werden diese auch eingeladen. Übrig bleibendes Gepäck wird als gefährlich eingestuft und behandelt.

Doch diese Methode hilft nicht gegen Selbstmordattentäter, die eine Bombe in ihrem Großgepäck mit an Bord nehmen. Deshalb wurde - wie die Verantwortlichen betonen, schon vor den Terroranschlägen am 11. September des Vorjahres - eine 100 prozentige Kontrolle auch des Großgepäcks ins Auge gefasst. Alle österreichischen Flughäfen arbeiten bei der Auswahl der in Frage kommenden Geräte mit dem Innenministerium zusammen.

Keine zusätzliche Belästigung der Passagiere
Innenminister Ernst Strasser will erreichen, dass auch das Großgepäck zu 100 Prozent kontrolliert wird, die Passagiere sollen aber durch diese Kontrollen nicht belästigt werden. Deshalb sollen große Röntgengeräte in der Art eines Computertomographen eingesetzt werden. Das dreidimensionale Schichtbild lässt auf einem Monitor Sprengstoff rot eingefärbt erkennen.

Hunderte Koffer für den Test
Für den Test, der am Linzer Flughafen durchgeführt wird - weil hier die besten baulichen Voraussetzungen vorhanden sind - hat das Innenministerium hunderte Koffer bereitgestellt, die mit harmlosen aber auch gefährlichem Inhalt gefüllt sind. Und auch Dingen, die die Geräte in die Irre führen sollen, wie Käse und Wurst. Wichtig ist bei dem Aufspüren von verdächtigem Material ist auch die entsprechende Ausbildung des Bedienungspersonals.

Wenn das System Alarm schlägt, werden das Gepäck und der dazugehörige Passagier genauer kontrolliert. Nach Abschluss der Testreihen soll die Entscheidung fallen, welche Gerätetype angeschafft wird. Ab Frühjahr 2003 sollen alle österreichischen Flughäfen damit ausgestattet werden. Finanziert wird die Anschaffung der bis zu zwei Millionen Euro teuren Geräte durch den so genannten Sicherheitsschilling.

18.3.2002 14:13