"Zeit"-Mitherausgeberin (92) gestorben
- Sie lebte für Toleranz und Verständigung
- "Die Zeit" reagiert mit großer Trauer

Die langjährige Herausgeberin der Wochenzeitung "Die Zeit", Marion Gräfin Dönhoff, ist tot. Sie ist in der Nacht zum Montag um 01.00 Uhr im Kreis ihrer Familie gestorben, sagte eine Sprecherin der "Zeit" der Nachrichtenagentur Reuters. "Die Zeit" reagierte "mit großer Trauer und Bestürzung" auf ihren Tod, wie Chefredakteur und Herausgeber Michael Naumann mitteilte.
Dönhoff verstarb im Alter von 92 Jahren. Sie trat 1946 in die Redaktion der "Zeit" ein und wurde 1955 Ressortleiterin für Politik und stellvertretende Chefredakteurin. 1968 übernahm sie die Chefredaktion der "Zeit", bevor sie im Dezember 1972 deren Herausgeberin wurde. Durch ihre journalistische Arbeit und mehr als zwanzig Bücher wurde Dönhoff zu einer der meistgelesenen politischen KommentatorInnen in Deutschland.
Sie lebte für Toleranz, Versöhnung, Verständigung
In Vorträgen und Artikeln kommentierte Gräfin Dönhoff politische Fragen der Gegenwart - bezog Stellung zur Apartheid in Südafrika, zum deutsch-amerikanischen Verhältnis, selbst Kritik an Israels Palästina-Politik waren für sie kein Tabu. Die zierliche Frau mit ihren hellblauen Augen - und einer Vorliebe für schnelle Autos - blieb unverheiratet und kinderlos. Zufrieden hatte sie zu ihrem 90. Geburtstag auf ihr Leben zurückgeblickt: "Ich würde alles wieder genau so machen." Ihr Name stand vor allem für Toleranz, Versöhnung und Verständigung - So soll sie in Erinnerung bleiben.

