Freitag, 15. März 2002

ÖIAG beteiligt sich zu 50 Prozent

  • Staatsanteil geht von 37,8 auf knapp 35 Prozent zurück
  • OMV und Telekom präsentierten Ergebnisse

Die Staatsholding ÖIAG wird bei der Kapitalerhöhung ihrer Beteiligungstochter voestalpine AG aliquot zu ihrem Anteil zur Hälfte mitziehen. Dies hat der ÖIAG-Aufsichtsratam Freitag einstimmig beschlossen. Die Finanzierung wird aus dem eigenen Cash-flow erfolgen, eine Sonderdividende werde der Post AG hiefür "hundertprozentig" nicht abverlangt.

Der Anteil der ÖIAG an der voestalpine wird damit von derzeit 37,8 Prozent auf etwas unter 35 Prozent zurückgehen. Als Begründung für den Kapitalschritt nannte eine ÖIAG-Sprecherin: Einerseits um eine Privatisierung zu signalisieren, dennoch aber an der Wertschöpfungsquote der voestalpine teilzuhaben. Weiters solle der österreichische Kapitalmarkt gestärkt werden.

Bei der voestalpine AG wird die Kapitalerhöhung Freitag kommender Woche dem Aufsichtsrat zur Abstimmung vorgelegt. Das Unternehmen verfügt seit 1999 über ein von der Hauptversammlung genehmigtes Kapital von nominell 47,96 Mill. Euro, womit das Grundkapital um bis zu 20 Prozent auf bis zu 287,78 Mill. Euro erhöht werden kann. Wird das genehmigte Kapital voll ausgenützt, wird voestalpine Anfang bis Mitte April 6,6 Millionen junge Stückaktien an die Börse bringen, was nach heutigem Börsekurs (31,22) eine Kapitalzufuhr von rund 206 Mill. Euro bringen würde. Die ÖIAG müsste für die 50-prozentige Aufstockung ihres Anteils davon rein rechnerisch rund 39 Mill. Euro locker machen, was 18,9 Prozent der Kapitalerhöhung entspricht. Lead-Manager für die Inlandstranche wird die Raiffeisen-Zentralbank (RZB) genannt, für die Auslandstranche PriceWaterhouseCoopers.

In den vergangenen Wochen gab es um die Kapitalerhöhungspläne der voestalpine eine rege Diskussion. Das Unternehmen hätte begrüßt, wenn ihr Haupteigentümer ÖIAG die Kapitalerhöhung nicht mitgemacht hätte, womit der Staatsanteil auf knapp unter 30 Prozent gesunken wäre, was den ursprünglich genannten Privatisierungsplänen der Bundesregierung entsprochen hätte. voestalpine argumentierte ihren Wunsch mit einer besseren Bewertung der Aktie bei einem geringeren Staatsanteil. voestalpine will mit dem frischen Kapital Akquisitionen in ihren Unternehmensbereichen automotive und Bahnsysteme finanzieren.

Die in ÖIAG-Kreisen kolportierte Sonderdividende der Post AG zur Finanzierung des Kapitalschritts bei voestalpine wurde heute Freitag ÖIAG-seitig wohl widerrufen. Doch wurde im Umfeld des Finanzministeriums bekannt, dass ein Auftrag an die ÖIAG ergangen sei, über die Finanzierungsmöglichkeit mittels Sonderdividende der Post nachzudenken, heißt es in informierten Kreisen gegenüber der APA.

Weiters haben beim ÖIAG-Aufsichtsrat am Freitag die OMV und die Telekom Austria (TA) ihre Ergebnisse präsentiert, Beschlüsse seien keine gefasst worden.

Für Rainer Wieltsch, der ab 2. Mai 2002 als Nachfolger von Johannes Ditz den Vorstandssitz neben dem derzeitigen Alleinvorstand Peter Michaelis einnehmen wird, wird die Aufgabenzuordnung bei dessen Amtsantritt bekanntgegeben, hieß es heute weiter.

15.3.2002 18:34