Chip-Hersteller AMS will Kurzarbeit für 370 Mitarbeiter
- Kündigungen sollen vermieden werden

Der steirische Chiperzeuger austriamicrosystems (AMS) sieht sich zu drastischen Maßnahmen gezwungen: Wie am Mittwoch bekannt wurde, wird Kurzarbeit für 370 Beschäftigte ab 1. April in Erwägung gezogen. Das ist bei einem Gesamtbeschäftigten-Stand von rund 940 über ein Drittel.
Eine "definitive Entscheidung" wurde für kommende Woche angekündigt.
Die AMS-Belegschaft wurde Mittwochmittag von den geplanten Maßnahmen in einer Betriebsversammlung informiert. Die Details der Kurzarbeit müssen noch verhandelt werden: Es dürfte die Betroffenen im Ausmaß von minus 15 bis minus 30 Prozent treffen. Nach derzeitigem Informationsstand soll die Maßnahme ab 1. April gelten und bis Ende September dauern.
"Die Lage auf den internationalen Halbleiter-Märkten ist nach wie vor ernst, die Nachfrage hat eine Talsohle erreicht", meinte AMS-Vorstandsvorsitzender Hans Jörg Kaltenbrunner zur Lage beim Chip-Unternehmen. Er wies darauf hin, dass gleichzeitig mit der "Drosselung der Produktionskapazität" in der "Fab A" auch eine "massive Ausweitung des F+E-Budgets" verbunden sei: Da werde man heuer um 38,7 Prozent auf 34,1 Mill. Euro aufstocken. Von der für sechs Monate geplanten Kurzarbeit ist das Team der erst im vergangenen Jänner eröffneten neuen 200mm Waferfabrik ("Fab B") nicht betroffen.
"Wir wollen Kündigungen unbedingt vermeiden", so Kaltenbrunner über die bevorstehende Kurzarbeit. "Hoch motivierte Mitarbeiter" seien nämlich "für das erwartete Anspringen des Halbleitermarktes Ende 2002 unverzichtbar" und deswegen auch "ein Personalabbau in jeder Weise kontraproduktiv".
AMS beschäftigt derzeit 940 Mitarbeiter an 14 Standorten weltweit. Im abgelaufenen Jahr wurde - trotz des internationalen "Gegenwinds" am Halbleitermarkt - noch ein Umsatzplus von 20 Prozent auf 147,5 Mill. Euro erzielt.
AMS wurde im Sommer 2000 von der Aspern Industrie Beteiligungs AG übernommen, einem Konsortium aus internationalen Investmentfonds.

