Dienstag, 12. März 2002

Semperit-Belegschaft stoppte Maschinen-Demontage

  • Vorentscheidung über Verkauf offenbar nächste Woche

Im Semperit-Reifenwerk im niederösterreichischen Traiskirchen sind die Vorbereitungen auf einen Abtransport von Produktionsanlagen bis nächsten Dienstag gestoppt worden. Dies bestätigte der Geschäftsführer der Semperit Reifen, Hans G. Hirschl, am Dienstag. Der Demontagestopp gelte bis nächsten Dienstag, wenn für eine Aufsichtsratssitzung auch die "Entscheidungsträger" aus dem Continental-Konzern in Traiskirchen seien. Auf einer kurzfristig einberufenen Belegschaftsversammlung hatten zuvor die Mitarbeiter beschlossen, den Abtransport von Maschinen "mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln" zu verhindern.

Die Situation im Werk sei "ruhig, die Belegschaft blockiert nichts, es hat sich auch niemand angekettet oder Ähnliches", sagte Hirschl. Er verstehe den Wunsch der Belegschaft nach Klarheit darüber, ob ein Verkauf nun realisierbar sei oder nicht, denn "mit jedem Tag, der vergeht, rückt ein solcher Verkauf in weitere Ferne. Bis Mitte März wollte man ja auch die Entscheidung darüber treffen". Zu diesem Zeitpunkt werde wahrscheinlich auch seitens des Conti-Konzerns "klar sein, wie lange wir noch benötigt werden", so Hirschl.

Der Hannoveraner Reifenkonzern Conti hatte im Dezember die Schließung der Reifenproduktion in Traiskirchen angekündigt. Mitte des Jahres dürften damit rund 950 Beschäftigte des Reifenwerks ihre Arbeit verlieren. Weitere gut 300 Mitarbeiter außerhalb der Reifenproduktion sollen noch ein oder zwei Jahre Beschäftigung finden.

12.3.2002 17:30