Dienstag, 12. März 2002

Italien und Frankreich verhandeln über Alitalia-Anteil

  • Einstieg der Air France bei Alitalia im Gespräch

Die Regierungen Italiens und Frankreichs sprechen italienischen Regierungskreisen zufolge über den Einstieg der Air France bei der defizitären italienischen Fluggesellschaft Alitalia. Die französische Regierung sei sehr an einer viel tiefer gehenden Allianz als dem bisher geplanten eher symbolischen Aktientausch interessiert, hieß es am Dienstag aus den Kreisen.

Air France teilte mit, es habe sich nichts am ursprünglichen Plan geändert. "Es geht noch immer um eine Über-Kreuz-Beteiligung von zwei bis drei Prozent", sagte eine Sprecherin der Air France. Nach Angaben der Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" (Dienstagsausgabe) könnte dieser Prozentsatz in einer ersten Phase zwei Prozent betragen und dann vermutlich auf 14 Prozent klettern. Zugleich wollen die beiden Fluggesellschaften ihre Handelspartnerschaft ausbauen, gab der Alitalia-Geschäftsführer, Francesco Mengozzi, bekannt.

Alitalia und Air France hatten im vergangenen Juli bereits eine Partnerschaft abgeschlossen, die den Italienern die Tore der Luftfahrtallianz Sky Team geöffnet hatte. Der Einstieg der Franzosen könnte Alitalia eine lebenswichtige Finanzspritze garantieren. Obwohl in römischen Kreisen die Höhe der Operation noch streng geheim gehalten wird, gilt die Unterstützung der Franzosen als ausschlaggebend, um die Krisenphase zu überwinden, die bis Ende 2002 zur Streichung tausender Arbeitsplätze führen wird.

Durch die Kürzung von zirka 10 Prozent des Personals will Alitalia bis Ende 2002 die Personalkosten um 14 Prozent reduzieren. Experten des Wirtschaftsministeriums halten eine Reduzierung der 24.000 Beschäftigten von Alitalia um 5.000 für notwendig.

12.3.2002 16:54