Volkswagen startet schwach ins neue Jahr
- Autobauer will aber Rekordergebnis halten

Der Volkswagen-Konzern ist mit einem Minus in das neue Geschäftsjahr gestartet, geht aber trotzdem von einer erfolgreichen Entwicklung für die ganzen zwölf Monate aus. "Es ist unser Ziel, das Rekordergebnis 2001 mindestens zu halten", sagte der designierte Vorstandschef Bernd Pischetsrieder am Dienstag in Wolfsburg bei der Vorstellung der Bilanz.
Volkswagen rechnet mit weltweit einbrechenden Automärkten, will laut Pischetsrieder aber mit neuen Automodellen, Kostensenkungen und neuen Geschäftsmodellen diesen Einbruch abfedern. Arbeitsplätze seien nicht in Gefahr.
Das Ergebnis des ersten Quartals 2002 wird laut Pischetsrieder unter dem Ergebnis des Vorjahres liegen, als ein Überschuss von 1,245 Mrd. Euro erzielt worden war. Er erwartet, das in den ersten drei Monaten sogar das Ergebnis vom Krisenjahr 1993 unterschritten werde. Der Manager geht davon aus, dass in den USA der Autoabsatz erst zur Jahresmitte wieder anziehen werde, in Westeuropa sogar erst zum dritten Quartal.
Pischetsrieder kündigte durchgreifende Änderungen an: So werden im krisengeschüttelten Argentinien 105 Millionen Euro für eine Restrukturierung ausgegeben. Damit soll unter anderem eine Autofabrik deutlich verkleinert werden.
Er kündigte ein so genanntes Drehscheibenkonzept in der Produktion an. Dabei sollen verschiedene Modelle auf dem selben Band produziert werden. Das ermögliche eine bessere Reaktion auf Nachfrageschwankungen und spare Lagerkosten. Im Werk Mosel werden nach seinen Worten schon der Passat und der Golf auf dem selben Band gebaut.
Auch bei den Produkten kündigte Pischetsrieder Veränderungen an: Nach seinem Willen soll es eine größere Differenzierung der Modellpalette geben. Bisher decke der Volkswagenkonzern 75 Prozent der möglichen Typen ab, Pischetsrieder will auf 85 bis 90 Prozent kommen. Er kündigte außerdem an, die Werthaltigkeit der Konzernautos langfristig zu steigern. Volkswagen werden sich nicht auf Rabatt-Wettläufe einlassen. "Und wenn es um den Preis sein sollte, das kurzfristig Marktanteile verloren gingen", sagte Pischetsrieder.
Vorher hatte der scheidende Vorstandsvorsitzende Ferdinand Piech einen Rückblick auf seine neun Jahre an der Spitze des Autobauers gegeben. "Wir verzeichnen eine signifikante Verbesserung der Kennzahlen des Unternehmens über die letzten neun Jahre", erklärte er. Piech wechselt Mitte April an die Spitze des VW-Aufsichtsrates.
Der Konzernlenker verabschiedet sich mit einem Rekordergebnis aus Wolfsburg: Der Umsatz stieg im Jahr 2001 um 6,4 Prozent auf 88,5 Mrd. Euro, das Vorsteuerergebnis kletterte um 18,6 Prozent auf 4,4 Mrd. Euro. Das Nachsteuerergebnis stieg um zwölf Prozent auf 2,9 Mrd. Euro.

