Freitag, 15. März 2002

ÖSV-Team kämpft in Planica um Nationencup

  • Skiflug-Weltrekord von Goldberger mit 225 m in Gefahr
  • Nachfolge in Cheftrainer-Frage noch offen

Für das österreichische Skisprung-Nationalteam geht es am Wochenende (jeweils ab 10.00 Uhr) beim Saisonfinale in Planica noch um einiges. In erster Linie steht beim Skifliegen nahe der Kärntner Grenze der Gewinn des Nationencups auf der Wunschliste. Derzeit liegt man nur einen Punkt hinter Deutschland. Aber auch der Skiflug-Weltrekord von Andreas Goldberger mit 225 m ist in Gefahr. Der Oberösterreicher hatte die Bestmarke ja vor zwei Jahren auf dem slowenischen Bakken aufgestellt.

Das ÖSV-Team wird fünf oder sechs Athleten umfassen. Fix sind Goldberger, Martin Koch, Andreas Widhölzl, Martin Höllwarth und Wolfgang Loitzl. Stefan Thurnbichler war auch eingeplant, nach seinem Sturz in der Weltcup-Qualifikation am vergangenen Samstag in Oslo verzichtet Cheftrainer Toni Innauer aber auf seinen Einsatz. Möglich, dass auch Stefan Horngacher noch einmal seine Ski anschnallt. Der Tiroler wird jedenfalls anreisen.

Kein Druck für Horngacher
Innauer würde einen Start des Routiniers begrüßen, setzt ihn aber nicht unter Druck: "Wenn er kommt, werde ich einmal in sein Auto schauen. Vielleicht hat er die Ski mit. Aber das muss er selbst entscheiden, eigentlich hat er seine Karriere ja in Oslo schon abgeschlossen. Skifliegen ist doch eine risikomäßige Gratwanderung." Ein sechsköpfiges ÖSV-Team wäre natürlich ein Vorteil im Duell um den Nationencup. "Die Deutschen sind sehr starke Flieger, aber unsere Leute zeigten sich zuletzt skiflugtauglich gut", so Innauer.

Neuer Weltrekord ist möglich
Die Österreicher reisen nicht gemeinsam an, sondern auf Mittwoch, Donnerstag und Freitag aufgeteilt. Einen neuen Weltrekord hält Innauer übrigens durchaus für möglich. "Es könnte schon einen geben, das Material ist ja gleichwertig wie damals", so der Olympiasieger von 1980 in Lake Placid. Bezüglich seiner Nachfolge als Chefcoach bleibt Innauer noch verschlossen: "Das wird erst nach Planica entschieden. Vielleicht schon bald danach, vielleicht dauern die Verhandlungen aber auch länger." Zu Spekulationen über ein eventuelles ÖSV-Comeback des Finnen Mika Kojonkoski wollte er sich nicht äußern.

15.3.2002 19:21