Donnerstag, 14. März 2002

FIS sperrt Mühlegg, Lasutina und Danilowa für 2 Jahre

  • Lasutina aus allen Olympia-Resultatslisten gestrichen

Der Internationale Skiverband (FIS) hat am ersten Tag seines Kongresses in Portoroz (Slowenien) die Strafen über Olympia-Dopingsünder verhängt. Johann Mühlegg (ESP), Larissa Lasutina und Olga Danilowa sowie die bei einer Trainingskontrolle auf der Tauplitzalm positiv getestete Natalja Baranowa (alle RUS) sind für je zwei Jahre gesperrt. Der Alpin-Rennläufer Alain Baxter (GBR) muss drei Monate aussetzen.

Mühlegg (32) und Lasutina (37) hatten am Schlusstag in Salt Lake City den größten Olympia-Dopingskandal seit Ben Johnson 1988 in Seoul ausgelöst. Sie waren als Sieger im 50-km- bzw. 30-km-Langlauf wie Danilowa (als 8. über 30 km) positiv auf das Blutdopingmittel Aranesp mit dem Wirkstoff Darbepoetin alfa getestet worden. Beiden hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Goldmedaillen aberkannt, für die Bestrafung war aber die FIS zuständig.

Mühlegg darf Medaillen behalten
Mühlegg durfte jedoch die beiden Goldmedaillen aus dem 30-km-Skating- und dem Verfolgungsrennen ebenso behalten wie Danilowa Gold und Silber aus dem Verfolgungs- und 10-km-klassisch-Rennen, da sie diese Medaillen vorher errungen hatten.

Lasutina hätte bei Olympia nicht starten dürfen
Lasutina konnte ihre vor dem positiven Test errungenen zwei Silbermedaillen vorerst ebenfalls behalten. Fast zwei Monate nach Ende der Spiele wurde aber bekannt, dass sie schon im Dezember 2001 in Cogne und Ramsau positiv auf "Nesp" getestet worden war und in Salt Lake City gar nicht hätte starten dürfen. Das Ergebnis der positiven Probe vom 8. Dezember 2001 war aber erst am 11. April bei der FIS eingetroffen. Offenbar entstand die Verzögerung, weil im Verlauf des Winters das Nachweisverfahren für "Nesp" verfeinert worden war. Nun strich die FIS in Portoroz Lasutina auch nachträglich aus den Ranglisten im Verfolgungs- und 15-km-Rennen, wo sie Zweite geworden war. Als Folge dieser Sanktion wird das IOC ihr nachträglich wohl auch diese Medaillen aberkennen.

Kurze Sperre für Baxter
Glimpflicher kam der Schotte Alain Baxter (28) davon, der mit seinem dritten Rang im Slalom als erster Brite eine alpine Medaille geholt hätte. Das Edelmetall hat ihm das IOC aberkannt, von der FIS wurde Baxter aber weniger hart angefasst, weil er offenbar unbewusst mit dem Dopinggesetz in Konflikt geraten war. Wegen der Verwendung eines Nasensprays, der die verbotene Substanz Methamphetamin enthielt, war er in der Kontrolle hängen geblieben. Er kann nach Absitzen der dreimonatigen Sperre (teilweise im letzten Winter) ab 16. Dezember 2002 wieder starten.

Österreich-Problem nicht behandelt
Nicht behandelt wurde der Fall der österreichischen Langläufer. Das IOC hatte Marc Mayer und Achim Walcher aus den Resultatslisten gestrichen und den Nordischen ÖSV-Direktor Walter Mayer für zwei Olympische Spiele (2006 und 2010) gesperrt. Weil diese Art von Blutmanipulation keinen klassischen Dopingfall darstellt und das Vergehen erst hinterher entdeckt wurde, bedarf es rechtlicher Abklärungen.

14.3.2002 14:34