Sonntag, 17. März 2002

Komet "Ikeya-Zhang" überraschend aufgetaucht

  • Ab nun auch in Österreich nach Sonnenuntergang sichtbar

Ein überraschend am Himmel erschienener Komet hält derzeit die Astronomen in Atem. Jüngste Berechnungen deuten darauf hin, dass es sich bei "Ikeya-Zhang" um einen Schweifstern handelt, der bereits 1661 beschrieben wurde. Auch Hobby-Astronomen können den Himmelskörper ab nun beobachten.

1661 erhielt der Komet den Namen "Hevelius" und hatte etwa die Helligkeit von Jupiter, dem größten Planeten in unserem Sonnesystem. "Ikeya-Zhang" ist ab sofort, rund eineinviertel Stunden nach Sonnenuntergang, mit freiem Auge zu sehen.

"Er steht als kleines Wölkchen im Sternbild der Fische, nahe Westen und 17 Grad hoch", erklärte dazu der Kometenforscher und Leiter des Astronomischen Büros Hermann Mucke. Derzeit ist der Himmelskörper etwa eine knappe Astronomische Einheit (AE) von der Erde entfernt, wobei dies der mittleren Entfernung zwischen Erde und Sonne entspricht. Bis Ende März wird er sich der Schweifstern bis auf 0,404 AE an die Erde annähern.

"Ikeya-Zhang" wurde am 1. Februar entdeckt. Anfangs war nur klar, dass er für einen Umlauf um die Sonne einige hundert Jahre braucht. Seine Bahn ist eine sehr lang gestreckte und 28 Grad zur Erdbahn geneigte Ellipse. Die größte Sonnenannäherung auf etwa eine halbe AE errechneten die Astronomen für den 18. März. Um diese Zeit erwartet Mucke auch die beste Sichtbarkeit. Das Besondere an "Ikeya-Zhang" ist, dass sein Schweif - er ist am nächtlichen Himmel etwa vier Vollmonddurchmesser lang - auf Grund der Raumbahn des Kometen voll von der Seite und somit unverkürzt zu sehen ist.

Kometen sind eigentlich kosmische Winzlinge. Der Kern aus Eis und Staub hat meist einen Durchmesser von weniger als 20 Kilometern. Erst bei der Annährung an die Sonne wird durch die Strahlung Materie vom Kern weggeblasen und zum Leuchten gebracht. Das erzeugt den typischen Kometenschweif. Das Leuchten kostet den Kometen Verlust an Materie.

17.3.2002 18:07