Sonntag, 17. März 2002

5 Tote bei Granatenanschlag auf Kirche in Islamabad

  • 45 Personen wurden verletzt
  • Hintergrund des Anschlags ist unklar

Bei einem Anschlag auf eine vollbesetzte Kirche im Diplomatenviertel der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind mindestens fünf Menschen getötet und 45 weitere verletzt worden. Während des Gottesdienstes in der Protestantischen Internationalen Kirche sei ein Mann eingetreten und habe zwei Handgranaten auf die Besucher geworfen, teilte ein Sprecher des pakistanischen Innenministeriums am Sonntag mit.

Er habe anschließend fliehen können. Nach Angaben der Polizei waren zum Zeitpunkt des Attentats etwa 60 bis 70 Menschen in der Kirche.

Die Protestantische Internationale Kirche ist zwischen den Botschaften der USA und Chinas gelegen. Sie wird vor allem von Familien der Botschaftsmitarbeiter und Einwanderern, aber auch von Pakistanern besucht. Unter den Opfern werden etliche Ausländer vermutet. Vier Leichen - drei davon waren Frauen - wurden ins Krankenhaus gebracht. Augenzeugen sagten, zwei der toten waren weibliche Teenager. Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Anschlag um 6.50 Uhr MEZ.

Dutzende Polizisten und Soldaten umstellten nach dem Anschlag die Kirche, die sich einen Kilometer von der amerikanischen Botschaft entfernt befindet. Die zahlreichen Rettungswagen wurden von vielen Botschafterfahrzeugen zu den nahe gelegenen Krankenhäusern begleitet.

Hintergrund des Anschlags unklar
Weshalb die Kirche Ziel des Anschlags wurde, ist unklar. Es gibt in Pakistan mehrere extremistische Moslem-Organisationen, die mit der Unterstützung des amerikanischen Feldzugs gegen den Terrorismus durch den pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf nicht einverstanden sind.

Angriffe auf Christen selten
Allerdings sind im mehrheitlich von Moslems bewohnten Pakistan Angriffe auf Christen ziemlich selten. Der jüngste Gewaltangriff auf Christen hatte sich am 28. Oktober ereignet, als bewaffnete Männer 15 Gläubige und einen moslemischen Wachmann in einer Kirche in der Stadt Behawalpur in der Provinz Punjab töteten.

Hingegen gab es jüngst einen Anstieg der Gewalt zwischen der der sunnitischen Mehrheit und der schiitischen Minderheit innerhalb der moslemischen Bevölkerung, Angriffe auf Christen sind hingegen ziemlich selten. Eine Zunahme der religiösen Spannungen war auch mit dem Beginn des Monats Moharram an diesem Wochenende, mit dem das moslemische Jahr beginnt, erwartet worden.

17.3.2002 09:47