Kolumbianischer Erzbischof in Cali erschossen
- Duarte bekannt für harte Haltung gegenüber Guerillagruppen

In Kolumbien ist der Erzbischof der drittgrößten Stadt Cali ermordet worden. Isaias Duarte Cancino sei am Samstag nach einer Messe in der Stadt im Südwesten des Landes von zwei Unbekannten erschossen worden, verlautete aus Kirchenkreisen. Der Kirchenmann war ein vehementer Gegner von linken Guerillagruppen und Drogenhandel.
Duarte Cancinos Fahrer berichtete im Fernsehen ebenfalls über die Ermordung des Geistlichen. Die Täter hätten insgesamt sechs Schüsse auf den 63-jährigen abgegeben.
Zum Zeitpunkt der Tat habe sich der Erzbischof mit einem Priester und dem Fahrer in einem Auto befunden, hieß es. Duarte Cancino sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Er war bekannt für seine harte Haltung gegen linksgerichtete Guerillagruppen und den Drogenhandel in dem südamerikanischen Land.
Täter auf der Flucht
Nach Angaben der Polizei passten die Mörder Duarte auf ihrem Motorrad vor einem Gotteshaus ab. Von den Attentäter fehlte in der Nacht zunächst jede Spur. Auch die Motive waren unbekannt. Cali liegt etwa 500 Kilometer der Hauptstadt Bogota entfernt.
Duarte hatte sich für den Friedensprozess in Kolumbien eingesetzt und vielfach die marxistischen "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) und das an Kuba orientierte "Nationalen Befreiungsheers (ELN) kritisiert. 1999 hatte er nach der Entführung von mehr als 100 Menschen aus einer Kirche in Cali durch das "Nationale Befreiungsheer" die Exkommunizierung der Führer der ELN gefordert. In Februar machte Duarte von sich reden, als er einigen Parteien vorwarf, sie hätten ihren Parlamentswahlkampf in der Gegend mit Drogengeldern finanziert.
Ein Sprecher der Erzdiözese erklärte nach kolumbianischen Presseberichten, die Polizei sei noch am Nachmittag um eine besseren Schutz für Duarte gebeten worden, nachdem verdächtige Personen aufgefallen waren. Die Polizei habe auf die Anfrage nicht reagiert. Bei den Attentätern soll es sich um Männer im Alter von etwa 20 Jahren handeln.
Familiendrama in St. Pölten16:26
Bluttat: Tochter Zeuge?Vater schoss auf Sohn und richtete sich selbst. Waffenbesitz des 37-Jährigen illegal
Kriminalität20:48
Acht Jahre lang Sklavin19-jährige Deutsche wurde jahrelang misshandelt. Mutmaßliche Täter verhaftet.
Raubvögel vergiftet11:09
Falken ausgerottetBregenz: Taubenzüchter vergiftet gesamte Population am Pfänderstock
