Kleinplanet kann der Erde gefährlich werden
- Wahrscheinlichkeit einer Kollission 1:30 Millionen

Ein Essener Amateur-Astronom hat einen Kleinplaneten entdeckt, der die Erdbahn kreuzt und damit einmal gefährlich werden könnte. Berechnungen der US-Raumfahrtbehörde NASA zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit einer Kollision in diesem Jahrhundert allerdings bei lediglich etwa 1 zu 30 Millionen. Nach Angaben der Sternwarte Bochum vom Freitag sind von solchen so genannten Erdkreuzern bisher nur ein paar Dutzend bekannt.
Der Essener Freizeitforscher Andre Knöfel entdeckte den Planetoiden 2002EL6 am 11. März von der Sternwarte Drebach in Sachsen. Das Minor Planet Center in den USA (Harward) habe den Kleinplaneten anschließend als potenziell gefährlich eingestuft, berichtete Knöfel im Internet.
Nach den Worten des Bochumer Astronomen Joachim Prölß droht statistisch alle 50.000 bis 500.000 Jahre der Einschlag eines gefährlichen Brockens auf der Erde. In der Atmosphäre verglühten dabei zwar 90 Prozent der Masse, ein großer Einschlag könne aber dennoch katastrophale Folgen haben. Die Größe des Planetoiden 2002EL6 schätzt die NASA auf einige hundert Meter. "Eine Sternschnuppe hat nur einen Durchmesser von Bruchteilen eines Millimeters", sagte Prölß.
2002EL6 hatte Knöfel zufolge bei der Entdeckung eine Entfernung zur Erde von mehreren zehn Millionen Kilometern. Nach Berechnungen der NASA kommt der Planetoid in diesem Jahrhundert acht Mal der Erde verhältnismäßig nahe. Die größte Annäherung findet demnach am 17. Juni 2082 statt. Dann könnte 2002EL6 in etwa 200.000 Kilometern Entfernung die Erdbahn kreuzen, das entspricht etwa der halben Distanz von Erde und Mond. Die Bahndaten können sich mit der genaueren Beobachtung des Planetoiden aber noch ändern.
Das NASA-Beobachtungsprogramm für erdnahe Objekte verzeichnet gegenwärtig 37 solcher Asteroiden auf potenziell gefährlichen Bahnen.
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