Freitag, 15. März 2002

St. Patrick - Schutzpatron der Iren

  • Zum 17. März gehört auch der Whiskey
  • 11. September: 100.000de verfolgten Parade in New York

Wer ein Ire ist, der muss am 17. März feiern: Der St. Patrick's Day - der Tag des Nationalheiligen - steht im Zeichen von Fröhlichkeit und Ausgelassenheit. Viele Legenden spinnen sich um Patrick, der im fünften Jahrhundert lebte. Sie wurden in Irland von Generation zu Generation weitergegeben.

Patrick, um 385 geboren, stammte aus dem römischen Britannien, wurde im Kindesalter nach Irland verschleppt und als Sklave verkauft. Sechs Jahre mußte er die Schafe des Stammesfürsten Micho hüten, ehe ihm die Flucht gelang. Als Mönch lebte er dann in Gallien, anschließend wahrscheinlich auf den Lerins-Inselns vor der Cote d'Azur und in der mittelfranzösischen Stadt Auxerre.

Um 432 kehrte er, einer göttlichen Weisung folgend, nach Irland zurück. Mit dem Kleeblatt als "Waffe" missionierte Patrick die keltischen Iren und überzeugte sogar Druiden von seinem Glauben. Der Überlieferung nach, soll er die Blätter der irischen Nationalblume zur Erklärung der Dreifaltigkeit verwendet haben.

Mit einem der keltischen Priester lag er sich ganz schön in den Haaren, hatte dieser doch behauptet, er sei selbst ein Gott, und sich zu Demostrationszwecken in die Lüfte erhoben. Der Druide hatte die Rechnung ohne Patrick gemacht: Der Missionar schlug ein Kreuzzeichen, der Zauberer stürzte zu Boden und blieb mit zerschmetterten Knochen liegen.

Der St. Patrick's Day wird seit dem siebenten Jahrhundert gefeiert. Reliquien des Heiligen werden in Downpatrick, im County Down, aufbewahrt.

Zum 17. März gehört auch der Whiskey
Patrick soll auch die Kunst des Destillierens nach Irland gebracht haben, und zwar aus Wales, wo erste Formen des Schnapsbrennens bereits um 350 bekannt waren. Ob dieses Know How-Transfers wird der Heilige mittelbar auch für den walisisch-schottischen Streit um die Urheberschaft des Whiskeys verantwortlich gemacht.

Hunderttausende verfolgten St. Patricks-Parade in New York
Im Zeichen der Trauer um die Opfer des 11. Septembers haben hunderttausende New Yorker die Parade zum irischen St. Patrick's Day verfolgt. Zu Dudelsackklängen marschierten die Teilnehmer der Parade am Samstag die Fifth Avenue entlang und legten in der Nähe des zerstörten World Trade Centers eine Schweigeminute ein.

"Viele von denen, die am 11. September Angehörige verloren haben, würden sonst mit uns marschieren. Wir wissen, dass sie in Gedanken mit uns laufen", sagte die irische Staatspräsidentin Mary McAleese, die erstmals an der New Yorker Parade teilnahm.

Weitere prominente Teilnehmer des New Yorker Umzuges waren neben Bürgermeister Mike Bloomberg dessen Vorgänger Rudolph Giuliani und Senatorin Hillary Clinton. In Chicago setzte sich US-Präsident George W. Bush gemeinsam mit Polizisten an die Spitze des Zuges.

15.3.2002 14:32